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Nachrichten aus Kunst und Kultur aus dem Jahr 2012
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Mittwoch, 16. Mai 2012 um 04:01 Uhr |
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Stuttgart (dpa/lsw) - Das Land will einen deutlichen Akzent in Richtung neue und junge Kunst setzen und lobt einen neuen Kunstpreis aus. Der mit 25 000 Euro dotierte Staatspreis für Bildende Kunst soll alle zwei Jahre Künstler aus dem Land würdigen, deren Werk «einen Beitrag zur Entwicklung der neueren Kunst» darstellt. «Bei diesem Preis interessiert uns nicht mehr so sehr ein Lebenswerk oder ein umfangreiches Oeuvre, sondern eher spannende Beiträge zu moderner Kunst», sagte eine Sprecherin des Kunstministeriums am Dienstag. Die Auszeichnung soll erstmals 2014 vergeben werden.
Bislang gab es vom Land lediglich den gleichdotierten und ebenfalls alle zwei Jahre verliehenen Hans-Thoma-Preis. Er hatte sich auf etablierte Künstler konzentriert, die bereits ein umfassendes Werk vorweisen konnten. Dieser Preis solle beibehalten und künftig im Wechsel mit dem neuen Staatspreis verliehen werden, hieß es weiter. Dotiert ist er jedoch künftig nur noch mit 10 000 Euro. Mit gleich zwei Preisen habe das Land nun die Möglichkeit «ein breiteres Spektrum künstlerischen Schaffens gezielt zu würdigen».
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Mittwoch, 16. Mai 2012 um 04:01 Uhr |
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Im Museum bleibt oft nicht genug Zeit, ein Bild eingehend zu betrachten. Könnte man es doch mit nach Hause nehmen und es sich übers Bett hängen! Das geht - Artotheken verleihen in vielen Städten Kunstwerke wie Bibliotheken Bücher. Rund 140 gibt es in Deutschland.
Augsburg (dpa/lby) - Alle zwei Monate sind die Wände in der Kanzlei von Rechtsanwalt Hans-Peter Bernhard wieder leer. Doch nicht lange, denn der Jurist besucht regelmäßig die Augsburger Artothek und besorgt Bildernachschub - für sich, seine Mitarbeiter und Klienten. «Die sind immer gespannt, wenn ich zurückkomme», sagt er. Artotheken gibt es überall in Deutschland, doch oft sind sie ein Geheimtipp. Viele wissen gar nicht, dass es auch bei ihnen so etwas gibt - eine Ausleihstelle für Kunst. Träger sind zum Beispiel Bibliotheken, Kulturämter, Museen oder Kunstvereine.
Anwalt Bernhard bringt an diesem Tag auch ein Original des Künstlers Georg Baselitz zurück: «Else, schwarz über grün». Es ist eines seiner Lieblingsbilder, er hatte es schon öfter in der Kanzlei hängen. «Es ist aber immer Glück, ob er auch da ist», sagt er. Ansonsten lasse er sich bei seinen Besuchen inspirieren und überraschen. «Ich schaue, was da ist und dann greife ich zu.» Er habe nur ein festes Kriterium, damit sich an seinen Wänden keine unschönen Spuren abzeichneten: «Zwei hochkant, eins quer.»
Der Deutsche Artothekenverband mit Sitz in Eckernförde schätzt, dass es bundesweit rund 140 Artotheken gibt. Allein in Nordrhein-Westfalen zählt er mehr als 30. In Bayern gebe es mit rund zehn verhältnismäßig wenige - außer in Augsburg etwa in Aschaffenburg und Nürnberg, sagt der Vorsitzende Johannes Stahl. Aber auf die Quantität komme es ja nicht an. «Die Münchner Artothek hat eine vorzügliche Sammlung, Nürnberg und Windischeschenbach sind sehr dynamisch.»
Die meisten Artotheken seien an Bibliotheken angegliedert. Weil wenig kaputtgehe, seien die Versicherungsprämien niedrig, sagt Stahl. Wie lange jemand ein Werk behalten kann, ist unterschiedlich und auch die Preise variieren - das Prinzip aber ist überall gleich. «Die Artothek ist ein einzigartiges Angebot, sich Originale nach Hause zu holen», sagt Stahl. «Man wacht morgens auf und da ist schon ein Bild an der Wand.» Anders als in Museen gebe es bei diesem Umgang mit Kunstwerken keine starren, vorgegebenen Spielregeln.
Ein paar Regeln gibt es freilich schon: Wer in Augsburg ein Bild ausleiht, kann es zwei Monate lang behalten - Verlängerung ist zwar möglich, steter Wechsel aber erwünscht. Der Preis liegt immer bei 15 Euro, egal wie bekannt der Künstler ist. Damit sei das Werk voll versichert, sagt Stefan Schrammel, Vorsitzender der Gesellschaft für Gegenwartskunst, von der die Artothek betrieben wird. Passiert sei noch nie etwas, abgesehen vom zerbrochenen Glas eines Bilderrahmens. Alle Werke sind hinter Glas und haben einen Holzrahmen sowie eine einheitliche Aufhängevorrichtung - der Wechsel von einem Bild zum nächsten soll so einfach wie möglich sein.
Auch wenn zwei Werke des bekannten deutschen Malers Baselitz dabei sind - die meisten Augsburger Bilder stammen von eher unbekannten, regionalen Künstlern. Und so solle es auch sein, sagt Schrammel. Es komme nicht auf die großen Namen an. Die Bilder sollten etwas bei den Entleihern in Gang setzen, sollten sie spüren lassen, wo der Unterschied liege zwischen einem Original und einem Poster. «Ein Kunstwerk lebt einfach anders», sagt er. Es präsentiere sich jeden Tag auf eine neue Weise, je nach Lichteinfall.
Ganz unterschiedliche Menschen kämen in die Artothek, erzählt Schrammel. Ärzte und Juristen, die Abwechslung in ihre Praxen und Kanzleien bringen wollten, Rentner, junge Eltern, die ihre Kinder Bilder aussuchen ließen und Studenten. Knapp 200 Bilder hat die Augsburger Institution im Bestand, weit über 100 sind gerade verliehen. Einen Ausweis hätten rund 80 Augsburger und Menschen aus dem Umland - die meisten von ihnen kämen regelmäßig, sagt Schrammel. Einmal im Monat ist die Artothek für zweieinhalb Stunden geöffnet.
Künstlerin Brigitte Heintze aus Stadtbergen bei Augsburg hat drei ihrer Bilder an die Artothek gegeben. «Es ist eine tolle Sache», sagt die 62-Jährige. Auf Vernissagen werde sie häufig von fremden Menschen angesprochen, die schon einmal ein Werk von ihr im Wohn-, Schlaf- oder Arbeitszimmer hängen gehabt hätten. Manche Künstler sähen Artotheken allerdings kritisch, da sie der Meinung seien, sie verkauften dadurch weniger Bilder.
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Mittwoch, 16. Mai 2012 um 04:01 Uhr |
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Hannover (dpa/lni) - Einen Überblick über aktuelle Strömungen der zeitgenössischen Kunst bietet von diesem Donnerstag an die Ausstellung «Made in Germany Zwei» in Hannover. Als Gegenpol zur Kasseler Weltkunstausstellung documenta 13 präsentieren der Kunstverein, die Kestnergesellschaft und das Sprengel Museum Werke von 45 jungen internationalen Künstlern, die in Deutschland leben und arbeiten.
Zu den Teilnehmern der bis zum 19. August laufenden Schau zählen unter anderem der Israeli Omer Fast, der Brite Simon Fujiwara und der Franzose Saâdane Afif. Zu sehen sind Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen, Installationen, Foto-, Film- und Videoarbeiten. «Es ist ein wunderbarer Parcours von so vielen Ideen und Erfindungen», sagte am Dienstag der Direktor des Sprengel Museums, Ulrich Krempel.
www.madeingermanyzwei.de
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Mittwoch, 16. Mai 2012 um 04:01 Uhr |
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Von Christina Sticht, dpa
Während in Kassel 100 Tage lang die Weltkunst im Mittelpunkt steht, richtet Hannover den Blick auf zeitgenössische Kunst aus Deutschland. Zu sehen sind Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Fotografien, Video-, Film- und Videoarbeiten.
Hannover (dpa/lni) - Berlin ist ein Magnet für aufstrebende Künstler, ganz gleich ob sie aus Russland, Südamerika oder allen Ecken Europas stammen: Die Ateliers sind günstig, es gibt mehr als 400 private Galerien. «Deutschland ist ein kulturelles Einwanderungsland», sagt Veit Görner, Direktor der Kestnergesellschaft Hannover und einer der Macher der am Donnerstag startenden Ausstellung «Made in Germany Zwei». Vor mehr als fünf Jahren entstand in Hannover die Idee, parallel zur Kasseler Weltkunstausstellung documenta junge Kunst aus Deutschland vorzustellen. Die erste Ausgabe 2007 lockte mehr als 60 000 Interessierte in die niedersächsische Landeshauptstadt, jetzt hoffen die Organisatoren auf mindestens ebenso viele Besucher.
Aus 400 Namen hat das neunköpfige Kuratorenteam 25 Künstler und 20 Künstlerinnen ausgewählt. 33 von ihnen leben und arbeiten in Berlin, 21 stammen aus dem Ausland. Darunter sind der Israeli Omer Fast und der Franzose Cyprien Gaillard, die auch als Teilnehmer der im Juni startenden documenta 13 gehandelt werden. Eine Leistungsschau unter dem Siegel deutscher Wertarbeit soll das Projekt aber nicht sein, betonten die Macher, eher eine Momentaufnahme der Themen, mit denen sich die Generation der 30- bis 40-Jährigen gerade beschäftigt.
Wer offenkundig Provokantes, skandalträchtige Happenings oder politische Parolen erwartet, wird enttäuscht. Während die aktuelle Berlin Biennale so politisch ist wie keine vor ihr, wird in Hannover allenfalls subtil Gesellschaftskritik geübt. «Die Berlin Biennale ist sehr dokumentarisch, an der Realität klebend», meint der Kunstvereins-Direktor und Kurator, René Zechlin. «Bei uns gibt es die Hinwendung zur Fiktion, zum Theatralen. Das heißt aber nicht, dass dies nichts mit der Realität zu tun hat.»
Auf originelle Weise beleuchten etwa der in Berlin lebende Brite Simon Fujiwara und der in Alaska geborene Reynold Reynolds die deutsche Geschichte. Angeblich hat Fujiwara den Nachlass des Wissenschaftlers namens Theo Grünberg auf einem Berliner Flohmarkt erworben, der Künstler recherchierte die Biografien von drei Männern namens Theo Grünberg, die zum sagenhaften Leben eines Sexualforschers und Anthropologen verschmelzen. Im Kunstverein ist Grünbergs Büro aufgebaut, Fujiwara erzählt auf einem Monitor aus dem Leben des Professors.
Die Grundlage von Reynolds neuer Arbeit «The Lost» (2011-2012) ist wiederentdecktes Material eines unvollendeten Spielfilms aus den 30er Jahren. Der unbekannte Regisseur musste Nazi-Deutschland verlassen. Im Sprengel Museum hat Reynolds ein Set im Stil der 30er aufgebaut - auf einem OP-Tisch soll eine Frau zum Leben wiedererweckt werden. «Mich interessiert der Prozess des Filmemachens als Kunst», sagt der Amerikaner. Die «Made in Germany Zwei»-Besucher können die neu gedrehten Szenen in der Kestnergesellschaft sehen.
«Das Gestern im Heute» ist eines von sechs zentralen Themen der Schau. Neben den erzählerischen Werken gibt es eine große Zahl an Arbeiten zum Schauen und Staunen. Olaf Holzapfel etwa baut ein «Industrielles Haus» aus Fachwerk und ein Lichtbild aus Heu, Draht und Holz. Der gebürtige Kölner Maler Bernd Ribbeck erforscht in Tradition der Konstruktivisten Kreise, Dreiecke und Rauten.
Trotz zahlreicher Film- und Videoarbeiten haben die neuen Medien nicht den Einfluss auf das Schaffen gewonnen wie man vielleicht noch vor zehn Jahren erwartet hätte. «Die Künstler sind haptischer, realer, analoger geworden», sagt Zechlin.
www.madeingermanyzwei.de
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Mittwoch, 16. Mai 2012 um 04:01 Uhr |
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Torgau (dpa/sn) - Prunkvolle Helme, Kostüme und Waffen: Im Schloss Hartenfels in Torgau (Nordsachsen) widmet sich eine neue Sonderausstellung den kurfürstlichen Leibgarden im 16. und 17. Jahrhundert. Die Schau bilde den Auftakt einer Reihe von geplanten Ausstellungen im Rahmen der Lutherdekade, teilte das Landratsamt Nordsachsen mit. Gezeigt werden mehr als 200 Exponate aus der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Ausstellung wurde am Dienstag eröffnet und ist bis zum 31. Oktober 2013 zu sehen.
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