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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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«Werkstatt der Moderne» - Bauhaus-Schau in Berlin PDF Drucken E-Mail
Montag, 20. Juli 2009 um 18:22 Uhr

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Von Esteban Engel, dpa (Mit Bild)

 

Berlin (dpa/bb) - Ob Küchenzeile, Teeservice oder Wolkenkratzer - wie wohl keine andere Kunstakademie hat das Bauhaus Architektur und Design des 20. Jahrhunderts geprägt. Kritiker sprechen von einer «Diktatur des Quadrats», Bauhaus-Fans stellen sich bis heute Kopien des Stahlrohrsessels von Marcel Breuer ins Wohnzimmer oder eine Wagenfeld-Lampe auf den Schreibtisch. Neunzig Jahre nach der Bauhaus- Gründung präsentieren die einstigen Heimstätten Weimar, Dessau und Berlin von diesem Mittwoch an (bis 4. Oktober) erstmals gemeinsam die Architektur-Schule als Deutschlands erfolgreichsten Kulturexport der Moderne.   

 

«Modell Bauhaus» - unter diesem Namen haben das Berliner Bauhaus- Archiv, die Stiftung Bauhaus Dessau und die Klassikstiftung Weimar im Berliner Martin-Gropius-Bau mehr als 1000 Exponate aus ihren Sammlungen sowie Leihgaben aus aller Welt zusammengetragen. Nach den Ausstellungen 1938 in New York und 1968 in Stuttgart ist es die bisher größte Bauhaus-Schau. Sie dokumentiert auch die Zusammenarbeit der drei Institutionen, die bisher eher nebeneinader gearbeitet haben und die nun nach Wunsch von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) als «Bauhaus-Verbund» noch stärker kooperieren sollten. Von November an wird die Schau im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) gezeigt.   

 

Pläne, Modelle, Gemälde und Alltagsobjekte zeigen das Bauhaus auf 18 Stationen als revolutionäre Gestaltungsschmiede und «Werkstatt der Moderne» - von den Anfängen 1919 in Weimar über Dessau als «Bauhausstadt» (1925-1930) bis zur Schließung 1933 durch die Nationalsozialisten in Berlin.    In der Verbindung von Kunst und Handwerk wollte Bauhaus-Gründer Walter Gropius nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs die Menschen auf eine freundlichere Lebenswelt einstimmen. «Wir wollen den klaren organischen Bauleib schaffen, nackt und strahlend aus innerem Gesetz heraus ohne Lügen und Verspieltheiten», schrieb er in seinen Lehrprinzipien.   

 

Über die Grenzen von Architektur, Design und Kunst hinweg sollten die Bauhaus-Gesellen «Volksbedarf statt Luxusbedarf» produzieren, wie es der zweite Direktor Hannes Meyer postulierte. Dabei setzten die Bauhäusler auf industrielle Produktionsformen und schufen die Grundlagen für die späteren DDR-Plattenbauten und die Wohnsilos in Europas Vorstädten. Ludwig Mies van der Rohes luftige Glaspaläste in New York und Chicago, sein Pavillon für die Weltausstellung 1929 in Barcelona oder Paul Klees und Wassily Kandinskys gemalte Architekturfantasien gehören ebenfalls zum Erbe.   

 

Während die früheren Ausstellungen nach den Bauhaus-Werkstätten etwa für Möbelbau, Druck oder Weberei gegliedert wurden, wird in Berlin die Geschichte der Schule chronologisch nacherzählt - von den Gründerjahren als Kunstgewerbeschule über die Zeit der berühmten Bauten in Dessau bis zur Schließung 1933. Auch die Nähe einiger Bauhaus-Größen zur NS-Architektur wird nicht ausgespart.   

 

Allerdings hat das reale Bauhaus nur bedingt etwas mit der allgemeinen Kenntnis des Bauhauses gemeinsam. Bekannt sind bisher vor allem die Werke der Dessauer Zeit von 1925 bis 1932 mit ihrem sauberen, fast stillosen Design, wie er in de Meisterhäusern oder der Bauhaus-Zentrale zu sehen ist, die heute als Ikonen der Modernen gelten und jedes Jahr von tausenden Architektur-Fans besucht werden.   

 

Die Ausstellung weitet den Blick auf die frühen Jahre, die vom expressionistischen Geist durchtränkt waren. Ab Mitte der zwanziger Jahre beschäftigte sich das Bauhaus dann mit Grundformen und Grundfarben, aus denen sich die Gestalter wie aus einem Baukasten bedienen sollten.   

 

Nach der Vertreibung aus Weimar bestimmte in Dessau die Nähe zur Industrie die Bauhaus-Aktivitäten. In Zusammenarbeit mit der Industrie und mit SPD-Unterstützung sollte hier ein «Silicon Valley» der Weimarer Republik entstehen. Doch die erwünschten Synergien blieben aus, viele Meister kehrten dem Bauhaus den Rücken. Die letzte Phase ab 1930 in Berlin wurde von Mies van der Rohe und seinem Umgang mit den Elementen Stahl und Glas bestimmt, wie es die letzte Station als wohl eindrucksvollster Raum der Ausstellung dokumentiert.   

 

Und was bleibt vom Bauhaus heute? Im Lichthof des Gropius-Baus nimmt die Documenta-Künstlerin Christine Hill die Trivialisierung ins Visier. Neben einem Ikea-Sofa können Besucher bei einer realen Beratungsstelle über ihre Einrichtungswünsche sprechen und anschließend im Laden nachgemachte Bauhausprodukte kaufen.



Tags: bauhaus  
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