| Seine Skulpturen trotzten 9/11 - Fritz Koenig 80 |
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| Donnerstag, 18. Juni 2009 um 05:10 Uhr | ||
Von Ulf Vogler, dpa
Landshut (dpa) - Fritz Koenig gehörte zwar schon seit Jahrzehnten zu den prominentesten deutschen Bildhauern, doch als er 77 war, nahm plötzlich die ganze Welt Notiz von seiner Kunst. Die Anschläge auf das World Trade Center in New York rückten 2001 Koenigs monumentale Plastik «Kugelkaryatide N.Y.» in den Mittelpunkt des Interesses. Das Werk stand drei Jahrzehnte zwischen den Wolkenkratzern, nach dem Terrorakt wurde die Skulptur weitgehend unbeschädigt aus den Trümmern geborgen, später wurde sie zu einem Denkmal für die Opfer des 11. September 2001. An diesem Samstag (20. Juni) wird der Landshuter Künstler 85 Jahre alt. Koenigs Statuen sind rund um den Globus in vielen Städten zu bewundern. Seine Kunst findet sich im Park von Schloss Bellevue in Berlin oder auch vor der deutschen Botschaft in Madrid. Der Bildhauer will Menschen berühren, faszinieren, staunen lassen. «Für mich ist es immer wieder aufregend, wenn jemand wegen mir stehen bleibt und schaut», sagt er. Als Schöpfer von Groß-Plastiken an zentralen Gedenkstätten machte sich der Landshuter ebenso einen Namen. Nach dem blutigen Palästinenser-Anschlag auf die israelische Olympiamannschaft 1972 in München schuf er einen Granit-Klagebalken für das Olympiagelände, für die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen in Oberösterreich kreierte er ebenso ein Mahnmal. Auch seine berühmte New Yorker Kugel, oftmals «Sphäre» genannt, wurde durch den Einsturz der Türme nachträglich ein Anti-Gewalt-Denkmal. Koenig bezeichnet es selbst als «Wunder», dass das zentrale Kunstwerk der 1967 bis 1971 geschaffenen Brunnenanlage des World Trade Center noch existiert. Die Arbeit des gebürtigen Würzburgers ist gekennzeichnet von klaren geometrischen Formen, Kugeln und Quader tauchen immer wieder auf und werden verspielt verbunden. Dabei interessieren Koenig nicht zuletzt die technischen Möglichkeiten, wenn beispielsweise eine schwere Kugel fast schwebend montiert wird. Sein Wissen bei der Entwicklung solcher Kunst gab Koenig auch als Professor an Studenten weiter, er hatte lange den Lehrstuhl für Plastisches Gestalten an der Architektur-Fakultät der Technischen Universität (TU) in München inne. Koenig ist darüber hinaus auch ein bedeutender Sammler. So hat er eine der international größten Sammlungen von Kunstgegenständen aus Afrika zusammengetragen. Eine weitere Leidenschaft des Bildhauers sind Pferde. Bei Landshut hat er ein Gestüt für Vollblutaraber aufgebaut und wurde so auch als Züchter bekannt. Seit mittlerweile elf Jahren wird Koenigs Kunst in seiner Heimatstadt in einem eigenen Skulpturenmuseum präsentiert. Die Kunsthallen sind unterirdisch in den Landshuter Hofberg gebaut. Die aktuelle Ausstellung wurde 2008 von Koenig zum zehnjährigen Bestehen des Hauses konzipiert. Die Schau gibt einen Überblick über das plastische und grafische Lebenswerk des Künstlers. Eine offizielle Feier zu seinem runden Geburtstag wird es aber nicht geben, Koenig will nur im privaten Kreis feiern. |
























































