| Magier des Lichts - Architekt Richard Meier 75 |
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| Sonntag, 11. Oktober 2009 um 08:26 Uhr |
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Von Gisela Ostwald, dpa
New York (dpa) - Licht ist für den Architekten Richard Meier «das liebste und vielfältigste Baumaterial». Er gestaltet Räume so, dass sie durch den unterschiedlichen Lichteinfall im Verlauf eines Tages «immer wieder neu inszeniert werden». Äußerlich sind seine Gebäude an ihrer klaren Struktur und porzellanartigen Oberfläche zu erkennen. Die Vorliebe für strahlend weiße Ansichten brachten ihm unter Kollegen den Spitznamen «The White Guy» ein. Am Montag (12. Oktober) wird der deutschstämmige Amerikaner 75 Jahre alt. Die höchste Ehre für Architekten, der Pritzker-Preis, war ihm schon im Alter von 49 Jahren zuteilgeworden.
Meier wuchs in einer jüdischen Nachbarschaft von Newark (New Jersey) auf, nur durch den Hudson River von New York City getrennt. Seine Wurzeln hat er in der funktionalen Architektur Le Corbusiers. In Deutschland wird er als «der Purist» unter den Stararchitekten der Gegenwart geschätzt. Auf seinem Zeichentisch entstand 1984 das Museum für Kunsthandwerk in Frankfurt/Main, ein Ensemble aus der klassizistischen Villa Metzler und einem lichtdurchfluteten, in Kuben angeordneten Neubau. Es gilt als eines der besten Beispiele für gelungenen Denkmalschutz.
Leidenschaftliche Diskussionen löste Meiers Neugestaltung des Ulmer Münsterplatzes aus. Sein Stadthaus gleich neben der berühmten Kathedrale wurde unter anderem als «Schlachtschiff» verhöhnt. Einigkeit bestand am Ende nur darüber, dass die Ulmer Innenstadt von Meier ein neues Gesicht verpasst bekommen hat. Es folgten unter anderen ein 1,8-Milliarden-Dollar-Projekt in den Bergen vor Los Angeles, das Getty Museum, und das Museum für Television und Radio in Los Angeles.
In der Altstadt vor Barcelona ließ Meier das Museum für Moderne Kunst entstehen. In Tor Tre Teste, einem ärmlichen Außenbezirk von Rom, errichtete er die Kirche «di Dio Padre Misericordioso», ein Design aus drei doppelt gekrümmten Betonschalen, wie geblähte Segel gestaffelt, und einem Glasdach, das den weißen Innenraum ganztägig mit Licht ausfüllt. Für den Vatikan lieferte Meier Entwürfe zur Umgestaltung des Friedensaltars des Augustus («Ara Pacis») und des benachbarten Augustus-Mausoleums. Im rheinland-pfälzischen Remagen verewigte er sich mit dem Bau des Hans-Arp-Museums.
Ein eigenes kleines «Museum» richtete sich Meier vor gut zwei Jahren in einer Lagerhalle im New Yorker Stadtteil Queens ein. Dort können Interessenten jeden Freitag nach Voranmeldung die Modelle seiner vielen Bauten weltweit bewundern. Tags: f
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