| Zahlungsfrist für Annie Leibovitz verstrichen |
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| Donnerstag, 10. September 2009 um 04:58 Uhr |
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New York (dpa) - Aufschub für Annie Leibovitz: Die Frist für die vom totalen Ruin bedrohte Starfotografin zur Rückzahlung ihrer Millionenschulden ist in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) ohne einen Kommentar des Gläubigers verstrichen. Art Capital Group in New York, eine Art Edel-Pfandhaus, lehnte Auskünfte ab, und Leibovitzs Sprecher, Matthew Hiltzik, war nicht zu erreichen. Die «New York Daily News» erfuhr, dass beide Seiten noch nach einer Lösung suchen. «Die Verhandlungen laufen weiter», schrieb das Blatt am Mittwoch online.
Die 59-jährige Amerikanerin, die durch ihre aufwändig inszenierten Star-Fotos für Zeitschriften wie «Rolling Stone» und «Vanity Fair» bekannt wurde, hatte ihren Fotokatalog und das gesamte Vermögen im vergangenen Jahr als Sicherheit für einen 24-Millionen-Dollar-Kredit geboten. Der Wert ihrer Fotos, ihrer drei denkmalgeschützten Stadthäuser in Manhattan und eines Landhauses im Norden von New York City wird auf 80 Millionen geschätzt.
Leibovitz hat drei kleine Töchter und war Susan Sontags langjährige Lebensgefährtin. Die Schriftstellerin und Kommentatorin starb Ende 2004 an Krebs.
Art Capital hatte die Starfotografin im Juli wegen Vertragsbruch angeklagt. Das Unternehmen wirft Leibovitz vor, den Zutritt zu ihren Häusern zu verweigern und damit die Schätzung der Immobilien zu verhindern. Hinsichtlich ihrer Fotos stelle sie sich ebenso quer, wirft die Gläubigerin Leibovitz vor. Diese war unter anderem durch die Renovierung ihrer New Yorker Stadthäuser und eine 15-Millionen- Dollar-Klage von Nachbarn in Finanznot geraten.
Die «Los Angeles Times» berichtete inzwischen, dass sie auch von einem italienischen Fotografen wegen der unerlaubten Nutzung seiner Fotos angeklagt ist. Sollten die Verhandlungen mit Art Capital nicht zum Ergebnis führen, müsste Leibovitz am 2. Oktober, ihrem 60. Geburtstag, vor Gericht.
Die Fotokünstlerin war 1971 durch eine Aufnahme von John Lennon auf der Titelseite des «Rolling Stone»-Magazins bekanntgeworden. Sie schoss Fotos von Bob Dylan, Bob Marley und Patti Smith, präsentierte die hochschwangere Demi Moore aller Welt nackt mit ihrem gewölbten Leib. Sie fotografierte John Lennon wenige Stunden vor dem Tod unbekleidet in liebevoller Umarmung mit seiner Frau Yoko Ono. Whoopi Goldberg ließ sich in einer Badewanne voll Milch von Leibovitz ablichten und Leonardo DiCaprio mit einem Schwan um den Hals. Nur ein «Model» lehnte ab: Der damalige US-Präsident Bill Clinton weigerte sich, vor ihrer Linse eine Zigarre im Oval Office anzuzünden. Tags: fotos
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