| Stiftungs-Chefin: Bürger müssen um Kultur kämpfen Gespräch: Sophia-Caroline Kosel, dpa |
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| Dienstag, 21. Dezember 2010 um 06:54 Uhr | ||
Halle (dpa) - Die künstlerische Direktorin der Bundeskulturstiftung hat die Bürger in Deutschland ermuntert, um den Erhalt der Kulturstätten zu kämpfen. «Es muss eine Diskussion um den Erhalt von Kultur geben, weil ein Abbau droht. Mein Aufruf lautet: "Mischt Euch ein!", sagte Direktorin Hortensia Völckers in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Halle. Die zunehmend verschuldeten und damit handlungsunfähigen Kommunen könnten die gewaltige kulturelle Infrastruktur auf Dauer nicht mehr finanzieren.
Der Bund könne die Lage etwas entspannen, indem er die Steuern anders verteilt. «Der Bund muss die Kommunen in eine Situation bringen, in der sie Prioritäten setzen können», sagte Völckers.
Als positive Beispiele für bürgerschaftliches Engagement nannte Völckers die Aktionen gegen die Schließung des Thalia Theaters in Halle und für den Erhalt des Theaters in Senftenberg (Brandenburg). «Die Bürger müssen sich zur Kultur bekennen und sagen: Wir wollen das. Wenn das nicht passiert, wird es schwierig», sagte Völckers.
Die Bundeskulturstiftung selbst kann die Not der Kommunen nicht mit lindern. «Unser Etat ist nur so groß wie der einer größeren Oper», sagte die Direktorin. Immerhin gebe es für das kommende Jahr mehr Geld als für 2010: Das aus dem Haushalt des Staatsministers für Kultur kommende Stiftungs-Budget steige von 35 auf 37 Millionen. «Wir kümmern uns um die Gegenwartskultur, das ist im internationalen Vergleich etwas sehr Besonderes für eine nationale Kulturstiftung», sagte Völckers. «In anderen Ländern geht es oft ums Repräsentative; um das, womit sich die Regierungen schmücken.»
Die Bundeskulturstiftung fördert vor allem Projekte mit internationaler Beteiligung und überregionaler Ausstrahlung. Zudem initiiert sie Programme zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. «Wir machen abgehobene Kunst, aber wir sind auch mit Themen beschäftigt, die gerade politisch diskutiert werden - etwa Stadtumbau, Migration und Klimawandel.»
Zudem gibt es ein spezielles Programm für die neuen Bundesländer, um dort das zivilgesellschaftliche Engagement zu stärken. «Da können wir auch kleinere Projekte fördern, etwa die Kirchturmrenovierung oder die Filmprojektion in der Scheune», sagte Völkers. «2011 stocken wir den Fonds Neue Länder um zwei Millionen Euro auf.»
Die Stiftung wurde 2002 gegründet und hat ihren Sitz in Halle an der Saale. «Wir bereuen es nicht, dass wir hier sind. Wir haben hier schon unglaublich viel über Deutschland gelernt - mehr, als wenn wir etwa in München säßen», sagte Völckers.
http://www.kulturstiftung-des-bundes.de
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