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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Übersee-Museum enthüllt verborgene Schätze Von Irena Güttel, dpa PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 22. Dezember 2010 um 06:46 Uhr

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Museen zeigen oft nur einen Bruchteil ihrer Sammlung. Viele der Schätze lagern verborgen im Depot. Das Bremer Übersee-Museum öffnet Teile seines Magazins dagegen für Besucher. Ein Modell, was nun auch in Berlin Schule macht.

 

Bremen (dpa/lni) - Aufgespießt auf Nadeln entfalten tropische Schmetterlinge ihre schillernden Flügel. In hohen Glasgefäßen ringeln sich Schlangen und anderes Getier, konserviert für die Ewigkeit. Bunte Blüten stecken getrocknet und gepresst zwischen Glasplatten. So wie im Übersee-Museum sieht es in den Sammlungen vieler Häuser aus. Doch die Schätze lagern meist verborgen in Kellern und auf Speichern. In Bremen können Neugierige das Magazin dagegen besuchen - womit das Museum Vorreiter in Deutschland ist.

 

Seefahrer, Missionare, Händler und Entdecker brachten dem Übersee-Museum ausgestopfte Vögel, Fossilien, Porzellanvasen, Trommeln, religiöse Figuren, Waffen und Werkzeuge aus aller Welt. Auf 10 000 Quadratmetern entführt die Ausstellung die Besucher nach Asien, Ozeanien, Afrika und Amerika. Die exotischen Exponate veranschaulichen dabei die drei Hauptthemen des Museums: Natur, Kultur und Handel außerhalb Europas.

 

Allerdings ist nur ein Bruchteil der umfangreichen Sammlung in der Schau zu sehen. Rund eine Million Fundstücke aus der Naturkunde, 150 000 aus der Völkerkunde und 30 000 aus der Handelskunde besitzt das Haus nach Angaben von Peter-René Becker, dem Leiter der Naturkunde-Abteilung. Einige von ihnen stammen noch von den Vorläufern des Museums aus dem 17. Jahrhundert. In seiner jetzigen Konzeption besteht das Haus seit 1896. Seither wuchs die Sammlung stetig.

 

Auch heute kommen noch ständig neue Schätze hinzu. Etwa einmal im Monat erreicht Becker ein Anruf von der Witwe oder den Kindern eines verstorbenen Sammlers, die Käfer, Tagfalter oder Reisemitbringsel dem Museum vermachen wollen. «Da sind wirkliche Highlights drunter», erzählt Becker. «Wichtig ist aber, dass Fundort und Datum bei jedem Stück vermerkt sind, sonst ist es für uns wertlos.»

 

In der Ausstellung und im Schaumagazin ist der Platz jedoch begrenzt. Deshalb fristen viele Bestände ein tristes Dasein im Keller. Dort stapeln sich in meterhohen Regalen Ziegen, Robben, Affen und Schildkröten, auf dem Boden stehen Pferde und ein Bison. Alles eingehüllt in transparente Plastiktüten als Schutz vor Staub.

 

Im Nachbarraum blickt ein Steinadler mit gespenstischen Glasaugen von einem Schrank herab. Hinter den grauen Stahltüren reihen sich unzählige Singvögel auf Holzstangen. Gegenüber drängen sich Pelikane in einem Fach. Das Gefieder wirkt zerrupft, die Augen stumpf, der Schnabel ausgeblichen grau. Nur bei zwei Exemplaren glänzt dieser gelb wie bei lebendigen Tieren - sie standen früher einmal in der Schau.

 

«Das Aufstellen von Tieren ist eine Hommage an die Besucher», erläutert Becker. «Für die Ausstellung muss ein Tier so aussehen, dass man es auch anschauen möchte.» Glasaugen in der falschen Farbe oder struppige Federn - den Wissenschaftlern ist das vollkommen egal. Für sie sind die Bälge - also die abgezogene Haut mit Haaren oder Federn - sowieso viel interessanter, denn diese können sie komplett vermessen.

 

Regelmäßig kommen Forscher aus aller Welt ans Übersee-Museum, um im Depot ihre Arbeit voranzutreiben. Allein bei den Vögeln hat es 280 Typen vorzuweisen, die weltweit ersten gefundenen und beschriebenen Exemplare einer Art.

 

Wie wertvoll eine Sammlung ist, lässt sich nach Ansicht des Deutschen Museumsbunds allerdings schwer beurteilen. «Das liegt im Auge des Betrachters», sagt der Fachgruppensprecher der Naturwissenschaftlichen Museen, Norbert Niedernostheide. Denn für den einen Forscher sind die Kieferknochen eines Blauwals bedeutsam, für den anderen der mittlerweile ausgestorbene Lappenhopf aus Neuseeland.

 

Eins steht für Niedernostheide aber fest: «Das Schaumagazin ist in seiner Form einmalig in Deutschland.» Mit ihm zeigt das Übersee-Museum auf drei Etagen wie das Sammeln von Fundstücken funktioniert und welche Bedeutung das für die Forschung hat.

 

Nach dem Museum of Anthropology im kanadischen Vancouver war es damit nach eigenen Angaben das zweite Haus weltweit mit einem öffentlich zugänglichen Depot. Das Berliner Naturkundemuseum zog im September nach. Es stellt seither im neuen Ostflügel seine Nass-Sammlung mit rund einer Million zoologischen Objekten aus.

 



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