| Ausstellungen zu Gagarin und Braun in Peenemünde |
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| Donnerstag, 30. Dezember 2010 um 08:26 Uhr | ||
Peenemünde (dpa/mv) - Das Museum über die geheime NS- Raketenschmiede in Peenemünde und der Ort im Norden Usedoms sind im Umbruch. Seit das Land das Historisch-Technische Museum vor einem Jahr übernommen hat, wurden erhebliche Baumaßnahmen auf den Weg gebracht, wie das Kultusministerium am Mittwoch mitteilte. Im ehemaligen Kraftwerk, dem Schwerpunkt des Museums mit rund 200 000 Besuchern jährlich, würden derzeit 3,9 Millionen Euro investiert. Der Gebäudekomplex werde gesichert, um ihn besser für die Ausstellung nutzen zu können. Große Teile der in der DDR gebauten Marinedienststelle in dem 365 Einwohner zählenden Ort und verfallene Wohngebäude würden derzeit abgerissen.
Die Peenemünder Denkmallandschaft gilt als eines der größten Flächendenkmale Deutschlands. Im Zweiten Weltkrieg wurden dort die V2-Raketen gebaut, denen in Belgien, Frankreich und England tausende Menschen zum Opfer fielen. 1942 startete von Peenemünde auch die erste Rakete in den Weltraum. Das Land stelle noch weitere Denkmalpflegemittel zur Verfügung, hieß es. Das Wirtschaftsministerium steuere Mittel aus den Fördertöpfen Konversion und touristische Infrastruktur bei. So solle ein «Gläserner Fahrstuhl» im und eine Aussichtplattform auf dem Kraftwerksgebäude entstehen.
Für 2011 plant das Museum unter anderem eine Ausstellung zum 50. Jubiläum des ersten bemannten Weltraumfluges von Juri Gagarin am 12. April 1961. Zudem beginnen den Angaben zufolge die Vorbereitungen für eine Ausstellung und ein Symposium zum 100. Geburtstag des Raketeningenieurs Wernher von Braun im Jahr 2012, der 1937 bis 1945 Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenemünde war. 1946 ging er in die USA. Kultusminister Henry Tesch (CDU) sagte: «Es gibt kaum ein anderes Museum in Deutschland, das so hohe Anforderungen an die Auseinandersetzung mit der Geschichte an seine Gäste stellt: In Peenemünde gibt es keine Eindeutigkeit.»
Zur Bilanz 2010 gehört laut Ministerium auch der Vertrag zwischen der Universität Rostock und der Universität von Alabama, der eine Kooperation am Standort Peenemünde vorsieht. Die Brandenburgische Technische Universität in Cottbus beauftragt, die Einzeldenkmale in Peenemünde zu erfassen, zu bewerten und daraus ein wissenschaftlich begründetes Denkmalmanagement abzuleiten.
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