| Steiner, Rauch und Bonatz - Ausstellungen 2011 Von Roland Böhm, dpa |
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| Donnerstag, 30. Dezember 2010 um 08:26 Uhr | ||
Von Hans Holbein bis Neo Rauch - Kunstfreunde in Baden-Württemberg können sich 2011 auf ein buntes Ausstellungsprogramm freuen. Baden- Baden und Tübingen feiern die Gründer ihrer Museen.
Stuttgart/Karlsruhe (dpa/lsw) - Altes in Stuttgart, Populäres in Schwäbisch-Hall, Modernes in Tübingen. Die Landeshauptstadt würdigt einen umstrittenen Reformer, Karlsruhe das Tierstillleben als solches und Tübingen den Erbauer des Stuttgarter Hauptbahnhofs - das Programm der Museen im Südwesten sollte 2011 wieder für jeden etwas parat haben.
STUTTGART: Die wichtigste Ausstellung der Staatsgalerie Stuttgart 2011 läuft schon: Das renommierte Haus widmet sich mit «Hans Holbein - Die graue Passion in ihrer Zeit» bis 20. März 2011 einem Hauptwerk des Künstlers aus dem Jahr 1495. Das Kunstmuseum Stuttgart bereitet derzeit in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Wolfsburg die erste umfassende kunst- und kulturhistorische Betrachtung des österreichischen Anthroposophen Rudolf Steiner (1861-1925) vor. Steiner zählt zu den einflussreichsten und zugleich umstrittensten Reformern des 20. Jahrhunderts. In Stuttgart gründete er 1919 die erste Waldorfschule. «Kosmos Rudolf Steiner» wird am 5. Februar eröffnet und läuft bis 22. Mai.
SCHWÄBISCH HALL: Einen einzigartigen Kosmos hat auch Niki de Saint Phalle (1930-2002) erschaffen. Die Kunsthalle Würth stellt die Gemälde, Skulpturen und Installationen der populären Künstlerin in den Mittelpunkt der Ausstellung «Märchen-Träume-Mythen» vom 17. April bis 16. Oktober.
BADEN-BADEN: Das Museum Frieder Burda feiert den 75. Geburtstag seines Gründers (29. April) mit einer Sonderausstellung vom 18. März bis 22. Mai. Burda öffnet dazu erneut seine Privatsammlung, in der neben Picasso und Polke auch junge aufstrebende Künstler vertreten sind. Dazu zählt auch der Leipziger Maler Neo Rauch, dem das Museum im Anschluss eine eigene Schau widmet (28. Mai bis 18. September). Zu sehen sind 80 Bilder des international begehrten Künstlers.
MANNHEIM: Dem Schädelkult gehen die Mannheimer Reiss-Engelhorn- Museen auf den Grund - allerdings erst im Herbst: Vom 2. Oktober bis zum 29. April 2012 sind mehr als 200 Schädel und Kopftrophäen aus vielen Kulturkreisen zu begutachten. Die Palette reicht vom Schädel als Mahnmal der Vergänglichkeit bis zu archäologischen Sensationen. Die Leihgaben kommen aus aller Welt.
KARLSRUHE: Ähnlich morbide ist eine Ausstellung, die die Staatliche Kunstsammlung Karlsruhe dann für den Winter 2011/2012 plant (19.11.-19.2.2012): «Von Schönheit und Tod. Tierstillleben von der Renaissance bis zur Moderne». Dafür hat sie etwa 80 Gemälde zusammengetragen mit toten Rehen, Schwänen oder Fasanen. Die Reihe der Künstler reicht von Chardin und Courbet bis zu Manet und Soutine.
TÜBINGEN: Für die Kunsthalle hätte der Streit um Stuttgart 21 kaum passender kommen können: Am 26. März beginnt eine Ausstellung über Paul Bonatz (1877-1956), den Architekten des Stuttgarter Kopfbahnhofs. In einer Retrospektive will die Kunsthalle mit Hilfe von Original-Plänen, Zeichnungen, alten Fotos und neu gebauten Modellen seine wichtigsten Werke zeigen. Im September würdigt die Kunsthalle dann sozusagen in eigener Sache eine Legende: «Cézanne - Renoir - Picasso und Co. - Die Ära Adriani», heißt die Schau, die das Wirken des Kunsthallen-Gründers Götz Adriani nachzeichnet. In seinen 35 aktiven Jahren schaffte es der heute 70-Jährige, die Kunsthalle quasi aus dem Nichts aufzubauen und sie zu Weltruhm zu führen. 500 000 Menschen kamen in Spitzenjahren in die von ihm kuratierten Ausstellungen.
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