| Architekten-Chef für Abriss des Biennale-Pavillons |
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| Donnerstag, 24. Juni 2010 um 06:47 Uhr | ||
Berlin (dpa) - Deutschlands oberster Architekt Prof. Arno Sighart Schmid hat sich für einen Abriss des deutschen Biennale-Pavillons in Venedig und einen Neubau ausgesprochen. «Der Pavillon entspricht so ganz und gar nicht mehr unserem demokratischen Staatsverständnis», sagte der Präsident der Bundesarchitektenkammer in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Es ist extrem schwierig, diesen schweren Klotz angemessen zu bespielen.»
Der deutsche Pavillon für die alle zwei Jahre stattfindende Kunstausstellung in Venedig wurde 1909 von dem italienischen Architekten Daniele Donghi als zierlicher antiker Tempelbau errichtet. 1938 gestaltete Ernst Haiger das Gebäude im Auftrag der Nazis um und gab ihm mit vier mächtigen rechteckigen Pfeilern an der Front eine «ausgeprägt nationalsozialistische Monumentalität», wie Schmid sagt.
Seit Anfang der 80er Jahre findet dort auch - alternierend zur Kunstausstellung - die Architektur-Biennale statt. Der Regisseur Christoph Schlingensief, der den deutschen Pavillon bei der nächsten Kunst-Biennale 2011 gestalten wird, hatte sich gewünscht, das Haus «auf Knopfdruck wegklicken» zu können.
Für die Kuratoren sei es sehr schwer, in diesem Gebäude eine dem deutschen Ansehen entsprechende Ausstellung zu gestalten, sagte Schmid. Zudem nutze der Pavillon auch seine einmalige Lage direkt an der Lagune nicht - es gebe zum Wasser hin noch nicht einmal ein Fenster. «Natürlich ist der Pavillon nur eine Hülle, aber bei einer so wichtigen Ausstellung wie der Biennale kommt es auch auf die Hülle an», sagte der Kammerpräsident. «Sie ist die erste Botschaft für die Besucher.»
Der historische Wert des Hauses rechtfertigt seiner Ansicht nach nicht den Erhalt. Auch der italienische Denkmalschutz sei aller Voraussicht nach keine unüberwindliche Hürde, so Schmid. Er schlug vor, für den Neubau einen Architektenwettbewerb auszuschreiben. «Vielleicht können wir dann schon bei der Architektur-Biennale 2014 in einem neuen, der großen Tradition deutscher Baukultur verpflichteten Pavillon ausstellen? Das wäre ein würdiges Signal zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls und der friedlichen Revolution in Ostdeutschland, die Voraussetzung für das vereinte Deutschland waren.»
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