| Playing the City 2: Frankfurt voller Aktionskunst |
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| Donnerstag, 09. September 2010 um 06:41 Uhr | ||
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Frankfurt wird in den kommenden drei Wochen mit Kunst bespielt. In dem Projekt «Playing The City 2» der Schirn Kunsthalle sind bis zum 26. September etwa 20 Kunstaktionen im öffentlichen Raum geplant - von Performances über Installationen bis zu «Guerilla-Aktionen». So will beispielsweise die Italienerin Paola Pivi an vier Tagen Musiker während der Rushhour durch Busse und Bahnen schicken, die dann beiläufig Lieder wie John Lennons «Imagine» anstimmen - und dabei die Fahrgäste zum Mitsingen einladen. «Es geht nicht darum, Provokation zu erzeugen, sondern um Gemeinschaftlichkeit», erklärte Kurator Matthias Ulrich am Mittwoch.
Einer der Höhepunkte ist eine Arbeit von Annika Lundgren: Die in Berlin lebende Schwedin will am 21. September mit so vielen Frankfurtern wie möglich durch lautes Singen die bösen Geister der Finanzkrise aus der Alten Börse vertreiben. Unter dem Motto «The Stock Is Rising» wird das Gebäude mit dieser Levitation genannten parapsychologischen Praxis womöglich zum Schweben gebracht. Vorbild ist eine Aktion aus dem Jahr 1967, als angeführt von Abbie Hoffman rund 20 000 Friedensdemonstranten auf diese Weise das Pentagon besangen und so versuchten, den Vietnamkrieg zu beenden.
Eine spannende Mitmachaktion für Frankfurter Bürger ist auch die Arbeit «Private Moon» des Russen Leonid Tischkow: Ein etwa zwei Meter großer, 18 Kilo schwerer Mond aus Plexiglas und Aluminium, der sich für eine Nacht ausleihen lässt. Man muss sich nur rechtzeitig in der Schirn, wo die Aktionen von Kurator Ulrich zentral gesteuert und auch filmisch dokumentiert werden, anmelden. «Playing The City 2» ist die Neuauflage eines ähnlichen Schirn-Projekts von vor eineinhalb Jahren.
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