| «Clara» machte Furore in den USA - Tiergemälde jetzt in Deutschland Von Iris Leithold, dpa |
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| Mittwoch, 09. April 2008 um 07:41 Uhr | ||
300 000 Besucher strömten in den vergangenen Monaten in Museen in Los Angeles und Houston, um das gut 250 Jahre alte und enorme drei mal viereinhalb Meter messende Gemälde der indischen Nashorndame zu sehen. Jetzt kommen «Clara» und weitere zwölf lebensgroße Darstellungen exotischer Tiere des französischen Hofmalers Jean Baptiste Oudry (1686-1755) heim nach Schwerin. Nach der Restaurierung des Nashorn- und eines fast ebenso großen Löwen- Gemäldes in den USA wird die Tierserie erstmals wieder weitgehend komplett in Deutschland zu sehen sein. Die Ausstellung «Oudrys gemalte Menagerie» ist von diesem Samstag an bis zum 27. Juli im Staatlichen Museum Schwerin zu sehen. Anschließend wird sie in der Kunsthalle Tübingen gezeigt (20.9.2008 bis 4.1.2009).
«Clara» war im 18. Jahrhundert eine Sensation. Ein holländischer Kapitän hatte die Nashorndame aus Indien mitgebracht und zog mit ihr durch ganz Europa. An fürstlichen Höfen wurde das Tier ebenso bestaunt wie vom gemeinen Volk auf den Marktplätzen. «Claras» Abbild schmückte bald Uhren und Meissener Porzellanteller. Auch von dieser «Clara-Manie» wird in der Ausstellung erzählt. Zudem sind in Schwerin zahlreiche Oudry-Zeichnungen zu sehen. Jean Baptiste Oudry ist in Europa ein (wieder) aufsteigender Stern am Malerhimmel. Die größte Sammlung seiner Werke außerhalb Frankreichs ist in Schwerin zu finden. Der dortige Hof erwarb im 18. Jahrhundert 34 Gemälde und 43 Zeichnungen. Besonders Herzog Christian Ludwig II. (1683-1756) war ein Bewunderer des Franzosen. Schon 1732 bekam Oudry von ihm den ersten Auftrag. Die Ausstellung nun ist Höhepunkt eines außergewöhnlichen Restaurierungsprojektes des Schweriner Museums und des amerikanischen J. Paul Getty-Museums. Seit 2002 wurden das Löwen-Gemälde und «Clara» in Los Angeles aufwändig untersucht und restauriert. «Allein am Rhinozeros arbeitete der Chefrestaurator in Los Angeles vier Jahre», berichtet die Direktorin des Staatlichen Museums, Kornelia von Berswordt. Ein «Liegender Tiger» aus der Menagerie-Serie wird noch in den USA restauriert und Ende 2008 in Schwerin zurückerwartet. Rund 600 000 Dollar hat Getty für die Restaurierungen aufgebracht, wie Berswordt sagt. Der Regisseur und Oscar-Preisträger William Friedkin («French Connection», »Der Exorzist») hielt die Arbeiten in einem Dokumentarfilm fest, der zur Ausstellung gezeigt wird. Die realistischen Tierdarstellungen sollen breite Besuchergruppen ansprechen. Das Schweriner Museum lässt in der Werbung nichts unversucht. So gibt es - wie es auch schon Getty in Los Angeles tat - eine Kooperation mit dem örtlichen Zoo. So soll es eine «Clara»-Card als Kombi-Ticket für Museum und Zoo geben sowie gemeinsame Angebote für Kinder. Parallel zur Menagerie-Ausstellung zeigen auch die mecklenburgischen Herzogsschlösser in Güstrow, Ludwigslust und Schwerin «Tierisches». Im Schweriner Schloss werden unter dem Motto «Biester, Monster, Ungeheuer» unter anderem zoologische Handschriften und frühen Buchdrucke präsentiert. Das Schloss Güstrow rückt seine Tiergemälde des Antwerpener Malers Maerten de Vos aus dem 16. Jahrhundert ins Rampenlicht. Im Schloss Ludwigslust werden Radierungen des Tiermalers Johann Elias Ridinger (1698-1767) gezeigt, den seinerzeit auch Oudry schätzte. In Ludwigslust soll die Menagerie-Serie übrigens ihre neue endgültige Heimstatt bekommen, wenn die Sanierung des betreffenden Schlossflügels - wohl 2010 - abgeschlossen ist. |
























































