| Zehn Jahre Galerie für zeitgenössische Kunst in Leipzig Von Tobias D. Höhn, dpa |
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| Montag, 14. April 2008 um 07:39 Uhr | ||
Eröffnet am 16. Mai 1998, gilt sie heute als internationaler Anziehungspunkt für die architektonische Avantgarde und experimentelle Kunst über Genre-Grenzen hinweg. Der Bestand verknüpft Arbeiten verschiedener Generationen: Künstlerpositionen aus dem Osten fern des DDR-Kanons verbinden sich etwa mit international angesehenen Vertretern jüngeren Alters. Vergangenes Jahr lockte die GfzK knapp 30 000 Besucher an. Immer wieder muss sich Direktorin Barbara Steiner die Frage gefallen lassen: «Was ist Kunst?» Ihre Antwort ist diplomatisch wie nachdenklich zugleich: «Kunst ist Verhandlungssache, definitiv nicht demokratisch, aber die Auseinandersetzung darüber sollte es sein.» «Wenn wir darüber abstimmen würden, ob dies oder jenes gezeigt werden soll, würden wir deprimierende Ergebnisse erhalten und könnten gleich zu machen», sagt Steiner. Doch die Kunsthistorikerin weiß auch, dass Kunstverständnis nur eine Momentaufnahme ist; was heute abgelehnt wird, kann eine Generation später der große Hype sein. So geschehen etwa bei der Anfang der 1990er Jahre totgeglaubten Malerei. Heute fehlt die «Neue Leipziger Schule» um Neo Rauch in keinem Museum, keiner guten Privatsammlung und keinem Feuilleton. Kunst bedeutet für Steiner aber auch die Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit, wie das Projekt «Hotel Everland» bewies. Das vom Schweizer Künstlerpaar Sabina Lang und Daniel Baumann für die Schweizer Expo 2002 geschaffene Einzimmerhotel wurde länger als ein Jahr auf dem Dach der Galerie abgestellt, war fast täglich gebucht und bescherte der GfzK internationale Aufmerksamkeit. Trotz großer Zuwendungen aus der Wirtschaft bezeichnet Steiner die Lage der Galerie als prekär. Die Mittel für das laufende Programm stammen überwiegend von nationalen und internationalen Stiftungen. Statt einer Retrospektive zum Jubiläum will die GfzK auf die eigene Lage aufmerksam machen und nach der Notwendigkeit zur Ökonomisierung der Kunst fragen. Sammler und Unternehmen - etwa die Galerie EIGEN+ART von Gerd Harry Lybke (Leipzig/Berlin) und die Verbundnetz Gas AG - dürfen in den Räumen der Galerie zwei Jahre lang Ausstellungen gestalten. Sie zahlen je Schau 20 000 Euro, unter anderem für Strom, Heizung, Aufsichten und Publikationen. Die GfzK hat dieses Finanzierungsmodell entwickelt, weil die Kluft zwischen den gleichbleibenden Zuwendungen für den laufenden Betrieb und den steigenden Betriebskosten immer größer wird. Mit «Hommage an Klaus Werner» erinnert die Galerie zudem an den Gründungsdirektor und späteren Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Zum 20. Geburtstag könnte dann die Jubiläumsschau Barbara Steiner gewidmet sein, denn sie hat bereits jetzt ihren Rückzug für 2010 angekündigt. «Ich wollte von Anfang an nur zehn Jahre bleiben», sagt sie. «Ich wünsche der Galerie, dass es weitergeht und sie in gute Hände kommt.» Der Nachfolger soll Mitte des Jahres vorgestellt werden.
(Internet: www.gfzk.de) |
























































