| Monet und Picasso, Dackel und Ehefrau in Öl auf Leinwand Von Ulrike Cordes, dpa |
|
|
|
| Mittwoch, 16. April 2008 um 07:18 Uhr | ||
Solche Bilder im Haus zu haben, kann sich auch der Durchschnittsdeutsche leisten. «Es gibt nichts, was wir nicht machen können», sagt Stefan Springfeld. Seit sechs Jahren betreibt der gelernte Bankkaufmann in Hamburg-Bergedorf die Galerie «PS Gemälde aller Art». Seither hat Springfeld «einige tausend Bilder» verkauft - Kunstkopien ebenso wie persönliche Wunschbilder zu Preisen zwischen meist 250 und 450 Euro.
Farb- und Formenvielfalt leuchtet dem Besucher schon vom weitem durch die großen Scheiben des Eckladens entgegen. Drinnen hängen und lagern auf drei Etagen mehr als 600 Gemälde. Neben eigenen Werken lebender Maler handelt es sich um Repliken moderner Klassiker sowie um Auftragsarbeiten nach Fotos oder Postern durch Privatleute und Firmen. «Monet ist mit Abstand die Nummer eins», sagt der 41-Jährige. Dann folgen van Gogh, Renoir, Marc und Macke. Altmeister seien weniger gefragt. Die Individualkunden kämen aus vielen Schichten und dem gesamten deutschsprachigen Raum. Bei Hamburgern sehr beliebt ist Liebermanns lokale Impression «Terrasse im Restaurant Jacob in Nienstedten an der Elbe» (1902/3). Weltweit 40 Maler sind für ihn tätig - in Mexiko, an der Südsee, in Italien, Spanien und den Niederlanden. Einige Deutsche gehören auch dazu. Sein einziger festangestellter Maler, der Ukrainer Alexander Ostroglyad (52), sorgt an der Staffelei in den Verkaufsräumen für Atelier-Atmosphäre. Viele dieser Kontakte knüpfte der spätberufene Galerist auf Geschäftsreisen - im Hauptberuf arbeitet Springfeld für ein internationales Wirtschaftsunternehmen. «Mit Mitte 20 hängte ich mir Drucke in meine Wohnung. Mit Ende 20 hatte ich die Idee, mir etwa Kandinsky kopieren zu lassen.» Daraus entwickelte sich ein schwunghafter Handel - erst im Familien- und Freundeskreis, dann professionell. Aus Urheberrechtsgründen muss der Künstler mindestens 70 Jahre tot sein, ein Stempel auf der Rückseite das Bild als Replik ausweisen. Auch der Verzicht auf die Signatur ist Pflicht. «Meine Galeristinnen kommen sogar zu den Kunden nach Hause, um zu sehen, ob ein Bild zur Einrichtung oder zu den Farben der Wohnung passt», sagt Springfeld. «Wenn erst der Picasso im Wohnzimmer hängt, wird oft der Monet fürs Schlafzimmer nachgefragt.» Selbst Promis decken sich bei ihm ein: So erwarb Jetset-Lady Gunilla von Bismarck aus dem nahen Sachsenwald unter anderem zwei Spitzwegs à 300 Euro für ihren Wohnsitz im spanischen Marbella. Im Trend liegen auch individuelle Auftragsarbeiten. «Dabei müssen wir gelegentlich zaubern. Wenn etwa ein Käufer seine Frau nach einem Foto porträtiert haben möchte, legt er schon Wert darauf, dass Fältchen verschwinden.» Ein Coup gelang dem findigen Unternehmer Ende 2006: Mit dem HSV schloss er einen Lizenzvertrag ab, der ihn berechtigt, alle Spieler nach Fan-Fotos oder anderen Abbildungen malen zu lassen. Zu kaufen sind diese Arbeiten entweder in seiner Galerie oder in einer der Verkaufsstellen des Sportvereins in Hamburg. Zwar wechseln heute die Spieler der Vereine so schnell wie die Sponsoren-Logos auf ihren Shirts, doch dank treuer Anhänger gibt es jedoch auch Porträts von Reinhardt und Trochowski. (Internet: www.ps-gemaelde.de) |
























































