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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst gegen sozial-politische Wirklichkeit: Vietnam-Krieg und Mai 68 Von Sabine Glaubitz, dpa PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 16. April 2008 um 22:02 Uhr

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Unter dem Titel «Figuration narrative. Paris 1960-1972» zeigt das Pariser Grand Palais seit Mittwoch Künstler aus ganz Europa, die sich in den 60er und 70er Jahren in Paris zu der Gruppe der Narrativen Figuration zusammengeschlossen hatten. Ihre Kunst stellte sich der lyrischen, informellen und geometrischen Abstraktion entgegen und sollte Anstoß zum kritischen Nachdenken über die gesellschaftlichen Probleme sein. Die Ausstellung vereint mehr als 100 Werke von Peter Klasen, Jan Voss, Eduardo Arroyo, Erró, Jacques Monory oder Bernard Rancillac. Sie dauert bis zum 13. Juli und findet vor einem Hintergrund statt, der idealer nicht sein könnte: dem 40. Jubiläum der Protestbewegung 1968.

Klasen, Voss, Hervé Télémaque und Antonio Recalcati kamen zu einer Zeit nach Paris, in der es in der Kunst-, Kultur- und Galerieszene in der Hauptstadt brodelte. «Die Kreativität war sprichwörtlich spürbar», sagte Monory, einer der ausgestellten Künstler, die heute alle zwischen 60 und 80 Jahre alt sind. Anfänglich kannten die Maler einander nicht, doch hatten sie eines gemeinsam: die Wiederkehr zur figürlichen Darstellung. Sie wollten die Wirklichkeit im Bild widerspiegeln und sie gleichzeitig auf ihre Art bildhaft kommentieren.

In ihren Werken griffen sie zum Teil auf die amerikanische oder englische Pop Art zurück oder auf Elemente des sozialkritischen und politisch engagierten Neuen Realismus. Errós politische Malerei zum Beispiel ist von radikaler Schärfe. In «Stalingrad» prangert er die Schlacht um Stalingrad im Zweiten Weltkrieg an. Im Hintergrund einer Kreuzabnahme-Szene sind brennende Häuser und Panzer zu erkennen, die auf Jesus schießen.

Auch seine «American Interieur» zeigen unmissverständliche Kritik am Krieg der USA in Vietnam. Zu den wichtigsten Vertretern des politisch engagierten Realismus zählt auch der Spanier Arroyo, dessen Werke zum Teil zensiert wurden.

Für Klasen bot die von der Pop-Art-Sprache beeinflusste Narrative Figuration die Möglichkeit, Motive der neuen technischen Welt - Maschinen und Konstruktionen - in seinen Kompositionen umzusetzen. Seine Bilder sind von kühler, unpersönlicher, photoartiger Formsprache, die Objekte aus der modernen Konsumwelt zum Teil in Collagenform darstellen. Er hat sich wie viele der Künstler der «Figuration narrative» von Fotos aus Tageszeitungen, Zeitschriften und Filmplakaten inspirieren lassen.

Die Ausstellung führt den Besucher in ein Universum aus wilder, bunter Popkultur, dokumentarischer Sachlichkeit und provokativer Gesellschaftskritik. Durch Schüsse zerbrochene Glasscheiben sind sehr persönliche bildhafte Erzählungen und der Versuch, durch die Macht der Bilder das Bewusstsein zu ändern.



Tags: klasen  art  paris  künstler  kunst  abstrakte kunst  
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