| «Licht auf Arp»: Erste Ausstellung aus Landessammlung im Arp-Museum Von Jens Albes, dpa |
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| Mittwoch, 16. April 2008 um 22:08 Uhr | ||
Die erste Sonderausstellung mit Arp-Werken aus der Sammlung des Landes Rheinland-Pfalz soll zu weiterer Diskussion und Forschung im jahrelangen Disput um die Echtheit von Arp-Skulpturen anregen. «Licht auf Arp» heißt daher die Schau, die an diesem Donnerstagabend eröffnet wird.
Der Titel ist zweideutig: Erstmals sind auch die Oberlichter des Museumsneubaus geöffnet worden - Sonnenlicht fällt auf die etwa 30 Skulpturen des Dadaisten Hans Arp (1886-1966), die nun bis zum 28. September zu sehen sind. Hinzu kommen rund 40 Papier- und Webarbeiten seiner Frau Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) sowie einige Gemeinschaftswerke des Künstlerehepaars. Eine Reihe der präsentierten Werke von Hans Arp ist umstritten, weil sie erst nach seinem Tod gegossen wurden. Bei einigen ist Kunstexperten zufolge unklar, wann und wo und in welcher Zahl sie entstanden sind. Das wirft die Frage auf, ob es sich noch um Originale handelt. Museumsdirektor Klaus Gallwitz fordert den privaten Arp-Verein auf, seine Unterlagen hierzu «rausrücken». Der Verein ist der Nachlassverwalter des Dadaisten. Weiteren Aufschluss erhofft sich Gallwitz von einem Symposium mit Experten am 8. September im Arp-Museum mit dem Thema «Posthume Güsse». «Dort werden alle Dinge auf den Tisch gelegt, auch die Kontroversen», verspricht der Museumsdirektor, der eine Vorliebe für orangefarbene Turnschuhe hat. Das Land Rheinland-Pfalz hatte vor Jahren für umgerechnet rund zehn Millionen Euro etwa 400 Arp-Werke vom Arp-Verein gekauft, darunter knapp 100 teils umstrittene Skulpturen. Im vergangenen Herbst kündigte die SPD-Landesregierung ihre Rahmenvereinbarung mit dem Verein. Denn dieser habe heimlich weitere Werke des Dadaisten verkauft, die vertraglich als zusätzliche Dauerleihgaben im Museum vorgesehen gewesen seien. Der Verein wies die Vorwürfe zurück und widersprach auch der Kündigung. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Kulturstaatssekretärs Joachim Hofmann-Göttig (SPD) suchen derzeit Rechtsanwälte beider Seiten nach einer Einigung. Scheitere dieser Versuch, beginne ein womöglich langwieriges Schiedsverfahren. Nach den Worten des Politikers sind in das vom US-Stararchitekten Richard Meier erbaute strahlend weiße Museum seit dessen Eröffnung im vergangenen September mehr als 50 000 Kunstinteressierte geströmt. «Das ist eine sehr zufriedenstellende Zahl.» Zum Museum gehört auch der alte Künstlerbahnhof Rolandseck. Mit den Querelen um das 33 Millionen Euro teure Museumsprojekt beschäftigt sich derzeit auch ein Untersuchungsausschuss des Mainzer Landtags. Die von ihm angeforderte Flut von mehr als 1100 Aktenordnern reicht vier Jahrzehnte zurück. Hofmann-Göttig blickt jedoch in die Zukunft: Da sich nach dem Zerwürfnis mit dem Arp-Verein der Plan einer Anschlussausstellung mit dessen Werken zerschlagen habe, werde es im Museum künftig eine zweite Schau mit weiteren Objekten der Arp-Landessammlung geben. Diese ist laut Gallwitz inzwischen vollständig im Depot des Museums untergebracht. Von der Architektur des Museums zeigen sich im Gästebuch zahlreiche Besucher beeindruckt: Der prächtige spätklassizistische Bahnhof Rolandseck ist mit einem Tunnel und Fahrstühlen mit dem lichtdurchfluteten quaderförmigen Neubau hoch oben am Hang im Walde verbunden. Mehrere Terrassen und Balkone ermöglichen eine weite Aussicht über den Rhein. Nur der Eingang ins Museum - bedauern einige Besucher im Gästebuch - sei schwer zu finden. (Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr) (Internet: www.arpmuseum.de) |
























































