| Zwischen Trauma und Magie - der Albaner Adrian Paci im Kunstverein |
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| Donnerstag, 17. April 2008 um 20:02 Uhr | ||
Der 39-Jährige findet eindringliche Bilder, um zu zeigen, wie sich die Erfahrung von Heimatverlust, Krieg oder gesellschaftlichen Umbrüchen auf Menschen auswirken. Einen Überblick über sein Schaffen seit 1997 bietet von diesem Samstag an eine Ausstellung im Kunstverein Hannover. «Wir zeigen mit wenigen Arbeiten die gesamte Breite des Werkes von Adrian Paci», erklärte Kurator Martin Engler am Donnerstag. Mit seinem Auftritt auf der Biennale in Venedig und einer Einzelausstellung im New Yorker P.S.1 MoMa 2005 gelang Paci der internationale Durchbruch.
1997 war der studierte Maler und Kunstdozent mit seiner Familie nach Italien ausgewandert - eine Flucht vor den rechtlosen, kriegsähnlichen Zuständen in seiner Heimat. Es war auch die Geburtsstunde seiner neuen künstlerischen Haltung. Wendepunkt ist das Video «Albanian Stories» (1997): Pacis dreijährige Tochter erzählt vor laufender Kamera herzergreifend von ihren Stofftieren im Kampf mit dunklen Mächten. Für Paci zeigt diese Geschichte den schmalen Grad zwischen Trauma und Kreativität, wie er in Hannover erklärte. Ihn interessiert der Kampf ums Überleben, den er aus eigener Erfahrung kennt - nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Albanien und bei seinem Neuanfang in Italien. Die Installation «Piktori» (2002), eine primitive Holzhütte, dokumentiert die Arbeit eines albanischen Malers, der von Urkundenfälschungen, Kunstkopien und Autoschilder-Malerei lebt. Bei diesem Mann, der real existiert, hat sich Paci die eigene Sterbeurkunde fertigen lassen. Wie vielseitig der Künstler ist, zeigen Malereien und Zeichnungen, in denen Paci die versunkene bäuerliche Welt Albaniens zeigt. Religiöse Motive spielen dabei eine wichtige Rolle. In den jüngeren Werken entfernt sich Paci von der eigenen Biografie. Sein jüngster Film «Centro die Permanenza temporanea» (2007), der zum ersten Mal in Europa präsentiert wird, entstand in Kalifornien. Eine stumme Menschenschlange bewegt sich in Richtung einer Flugzeugtreppe. Es sind Wanderarbeiter aus Lateinamerika. Erst die Nahaufnahme zeigt, dass die überfüllte Gangway ins Leere führt. Die Menschen verharren ohne Protest auf der Treppe, während im Hintergrund ein Flugzeug startet. Paci findet poetische Bilder für aktuelle Probleme, ohne dabei mahnend den Zeigefinger zu erheben. Ihn interessiert, wie Menschen sich nicht ihrem Schicksal ergeben, sondern das eigene Leben neu erfinden. (Die Ausstellung «Adrian Paci» ist noch bis zum 15. Juni im Kunstverein Hannover zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis samstags 12-19 Uhr, sonn- und feiertags 11-19 Uhr. Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Internet: www.kunstverein-hannover.de) |
























































