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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Kunst im Umfeld des Konflikts: Essl zeigt Israelis und Palästinenser Von Christian Fürst, dpa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 17. April 2008 um 20:05 Uhr

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Zeitgenössische Kunst im Nahen Osten ohne diesen «Konflikt» scheint schwer vorstellbar. Doch gerade diesen Versuch unternimmt jetzt das bedeutende Essl-Museum bei Wien. Ab Mitte Mai gibt der Unternehmer und Kunstmäzen Karlheinz Essl jeweils elf jüdischen Israelis und Palästinensern aus Israel und dem Westjordanland Gelegenheit, Arbeiten zu zeigen, die sich eben nicht immer und ausschließlich mit der scheinbar immerwährenden Konfrontation zwischen ihren beiden Völkern befassen.

Es ist die bisher umfassendste Gemeinschaftsschau von jüdischen Israelis, Palästinensern und israelischen Arabern, die sich selbst als Palästinenser betrachten. Um die «zwangsläufigen Irritationen» zu vermeiden, wurde ihnen zugesagt, dass man nicht versuchen werde, der Gemeinschaftsausstellung einen gemeinsamen ideologischen Überbau aufzudrücken. «Kein Künstler definiert sich gerne über seine nationale Herkunft», sagt Essl. Und doch können sie bei ihrer Arbeit dem politischen Alltag nicht entgehen.

Zum Beispiel Osama Zatar, gebürtig aus Ramallah, der skurrile, surreale Skulpturen im Essl-Museum zeigen wird. Zatar ist mit einer jüdisch-israelischen Tänzerin verheiratet. In Israel konnten sie ebenso wenig leben wie in den Autonomiegebieten. Längere Zeit lebten sie daraufhin in Berlin, wo ihnen wiederum vor kurzem wegen der Ausländergesetzgebung die Ausweisung drohte. Oder der jüdische Israeli Yoav Weiss, der eine Homepage eingerichtet hat, wo er - nach dem Vorbild der Berliner Mauer - schon heute Teile jenes massiven Grenzwalls zum Verkauf anbietet, der heute Israel und Palästinenser trennt.

Masha Zusman wiederum, mit 18 aus der Sowjetunion ins «Gelobte Land» ausgewandert, wird im Museum eine aus tausenden Haarnadeln bestehende Landkarte mit Anklängen an menschliche Körper stecken. Ihre Themen sind Heimat, Heimatlosigkeit, Entwurzelung. Oder Asad Azi, «israelischer Palästinenser»: Er malt in seinem Atelier in Jaffa sehnsuchtsvolle Figuren nach alten Familienfotos aus der Zeit vor der «Nakba», der Vertreibung, und versucht, diese damit unsterblich zu machen.

Um die vielschichtige Ausstellung, die durch Symposien und andere künstlerische «Events» erweiter wird, überhaupt zustande zu bringen, beauftragte Essl zwei Künstlerkuratoren in Wien und jeweils einen arabischen und jüdisch-israelischen Kurator in Israel. Dennoch gelang es diesen nicht, Künstler direkt aus den heutigen Autonomiegebieten zur Teilnahme zu bewegen. Alle ab Mitte Mai im Essl-Museum ausstellenden Palästinenser leben heute «außerhalb», wie die Wiener Kuratorin Karin Schneider einräumt. Zu groß seien offenbar die ideologischen Vorbehalte der «palästinensischen» Palästinenser gegen eine Gemeinschaftsausstellung mit Juden in Wien gewesen.



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