| Sex, Urin, Tierkadaver - Tabubrüche in der bildnerischen Kunst |
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| Dienstag, 22. April 2008 um 21:46 Uhr | ||
Gustave Courbet (1819-1877): Der Franzose malte 1866 in seinem Werk «Der Ursprung der Welt» den detaillierten Torso einer liegenden Frau. Die weibliche Genitalregion im Zentrum des Gemäldes schockierte den Kunstbetrieb so sehr, dass es Jahrzehnte lang nicht öffentlich gezeigt werden konnte.
Marcel Duchamp (1887-1968): Der französische Objektkünstler stellte 1917 für seine Skulptur «Fontain» ein umgedrehtes weißes Pissoir auf einen Sockel. Damals ein Skandal, wurde das Pinkelbecken im Jahr 2004 in Großbritannien von Künstlern und Galeristen zum einflussreichsten Kunstwerk der Moderne gewählt. Andy Warhol (1928-1987): In den 1970er Jahren kreierte der US- Popstar seine umstrittenen «Oxidationsbilder». Er urinierte auf mit Kupferfarbe präparierte Leinwände und ließ mit seinem Penis als Pinsel aus Spritzern grüne Wolken entstehen. Bruce Naumann (geb. 1941): Der Amerikaner wollte 1988 in seiner Installation «Karussell» die Bestialität gegenüber der Kreatur anprangern. Dafür montierte er Abgüsse deformierter Tierkadaver auf Eisenstangen und ließ sie rotieren. Dieter Roth (1930-1998): Der in der Schweiz lebende Künstler mischte seinen Objekten Wurstscheiben, Käse oder andere verderbliche Lebensmittel bei. In seinem seit 1999 in Hamburg vorübergehend öffentlich zugänglichen «Zucker-Schoko-Schimmelreich» hielten umherschwirrende Insekten den Verwesungsprozess im Raum lebendig. Santiago Sierra (geb. 1966): Bei einer provokanten Kunstaktion leitete der Spanier im März 2006 giftige Abgase von sechs Autos in das frühere jüdische Bethaus von Pulheim-Stommeln in Nordrhein- Westfalen. Der Zentralrat der Juden kritisierte das Projekt «245 Kubikmeter» als Beleidigung der Opfer des Holocausts. Damien Hirst (geb. 1965): Der Brite, der die Kunstwelt bereits mit halbierten Hai-Kadavern provoziert hatte, schuf im Juni 2007 das Werk «For the Love of God». Dafür bedeckte er den Abguss eines echten Totenschädels mit rund 8600 Diamanten, darunter ein 52-Karäter. Jan Fabre (geb. 1958): Der Belgier stellte im April 2008 rund 50 Installationen, Skulpturen und Zeichnungen im ehrwürdigen Louvre in Paris aus. Dabei ein Sarkophag aus Millionen toter Käfer. Die schillernden ägyptischen Mistkäfer, die aus Schlamm und Mist Kugeln formen, sollten die Brücke vom Leben zum Tod symbolisieren. |
























































