| «Fritten und Brillanten» - Kunstmuseum zeigt Werk von Dieter Krieg Von Roland Böhm, dpa |
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| Donnerstag, 24. April 2008 um 21:27 Uhr | ||
Zwei riesige Spiegeleier empfangen den Besucher in Stuttgarter Kunstmuseum - und vermögen ebenso zu faszinieren wie überdimensionale Gemälde von Blumentöpfen, Badewannen oder einem Stück rohen Fleisch weiter oben. Geschaffen von Dieter Krieg (1937-2005). Zweieinhalb Jahre nach seinem Tod widmet das Museum dem Maler eine erste Retrospektive. «Dieter Krieg. Fritten und Brillanten» ist von diesem Freitag (26.4.) an und bis 17. August in Stuttgart zu sehen.
Und immer wieder Fritten: Wie ein roter Faden zieht sich dieses Motiv durch Kriegs Werk. Eine Fritte ist sogar vier Meter lang. Auch anderen banalen Gegenständen verleiht Krieg in überdimensionaler Vergrößerung eine Bedeutung, die bis dato in der Kunst unangebracht schien. «Das umfangreiche Werk lässt Raum für Tragik und Komik, für Sinnlichkeit und ästhetische Schärfe - eben für Fritten und Brillanten», sagte Kurator Daniel Spanke. Dieter Krieg, Schüler des Holzschneiders HAP Grieshaber (1909- 1981) an der Kunstakademie Karlsruhe, gilt als einer der markantesten Vertreter des Figurativen Expressionismus in Deutschland. Seine Arbeiten seien auch als «deutsche Version der Pop-Art» bezeichnet worden, berichtete Marion Ackermann, Direktorin des Kunstmuseums. Bekanntes entfremde er durch seine radikale, vom gewohnten losgelöste Form der Darstellung. Die schnell mal 15 bis 20 Quadratmeter großen Arbeiten lassen den Betrachter mitunter schaudern, manchmal auch schmunzeln. Das Ganze wirkt, als wolle Krieg ein Plädoyer halten, dem Alltag die nötige Reverenz zu erweisen. Dieter Krieg wurde 1937 in Lindau am Bodensee geboren. Als «hochsensiblen Grübler» beschreibt ihn Professor Markus Lüpertz, Maler und Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, wo Krieg bis zu seiner Pensionierung lehrte. Lüpertz und andere Zeitzeugen wie der Kunsthistoriker Klaus Gallwitz begleiten die Besucher der Ausstellung in einem Audioguide. Seinen internationalen Durchbruch schaffte Krieg 1978: Mit riesigen, abstrakten Werken bespielte er den Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig. Auch sie sind in Stuttgart zu sehen. Rahmen lehnte Krieg ab. «Er hat sich auch nicht gescheut, die Spuren der Malerei noch zu zeigen», sagte Klaus Gerrit Friese, Vorsitzender der «Stiftung Dieter Krieg». So sind Fußspuren zu sehen, weil Krieg die Bilder auf dem Atelierboden liegend bearbeitete, oder Ränder von Farbdosen und nicht übermalte Vorzeichnungen. Insgesamt schuf Krieg mehr als 1500 Gemälde, Zeichnungen und Radierungen, von denen 100 in Stuttgart zu sehen sind. Er starb 2005 in seinem Atelier in der Nähe von Köln. (Das Kunstmuseum am Stuttgarter Schlossplatz ist dienstags bis sonntags von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr, mittwochs und freitags auch bis 21.00 Uhr geöffnet. Der Katalog mit 272 Seiten und 170 Abbildungen kostet im Museum 20 Euro.) (Internet: www.kunstmuseum-stuttgart.de) |
























































