| Staeck sieht Akademie der Künste auf gutem Weg |
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| Sonntag, 27. April 2008 um 15:24 Uhr | ||
«Wir sind in die Champions-League der Veranstaltungshäuser vorgedrungen», sagte der Plakatkünstler am Wochenende bei der «Langen Nacht der Akademie» zum Abschluss der Frühjahrsmitgliederversammlung der Künstlersozietät. So sei es ihr mit der Heinrich-Zille-Ausstellung zu Beginn des Jahres gelungen, «das Populäre mit dem künstlerisch Anspruchsvollen zu verbinden» und das Haus am Pariser Platz auch für Menschen zu öffnen, die bisher nicht zu den Akademie-Besuchern zählten. «51 000 Besucher, oft in langen Schlangen geduldig vor dem Eingang wartend wie einst in der versunkenen DDR.» Auch mit den Akademie-Gesprächen zu aktuellen Fragen oder dem Schwerpunktthema dieses Jahres «Kunst + Revolte» zum 40. Jahrestag der «68er» Jugend- und Studentenbewegung sei die Akademie auf der Höhe der Zeit, meinte Staeck. Der 70-jährige Grafiker und Plakat-Satiriker nahm denn auch in seiner «Treppenrede» am Samstagabend die aktuelle Finanzkrise der Banken ironisch aufs Korn: «Beherzt ohne Wenn und Aber greifen die wahren Staatsbürger aus der Schafherde der Noch-Steuerzahler dem Edel-Prekariat der Banker zinslos unter die klammen Arme. Jener Zockerkaste, die ausgestattet mit einem überaus üppigen Mindestgehalt nun die Milliarden der anderen versenkt.» Ein anderes aktuelles kulturpolitisches Thema griff die Akademie auf ihrer Tagung mit dem zeitgeschichtlichen Dokumentationszentrum Prora auf Rügen auf, dessen Zukunft die Künstler durch Investoren der Immobilie gefährdet sehen. Das Dokumentationszentrum in der früheren, von den Nationalsozialisten erbauten gigantischen Seebad-Ferienanlage sei eine «nationale Aufgabe der Geschichtsvermittlung und Aufklärung über die Schreckensherrschaft der nationalsozialistischen Diktatur». Auf der Frühjahrstagung, an der unter anderen Schauspieler wie Ulrich Matthes und Hilmar Thate, der Fernsehjournalist Georg Stefan Troller, der Sänger Peter Schreier und die Brecht-Interpretin Gisela May teilnahmen, wurden auch neue Mitglieder in die Akademie gewählt, deren Namen erst nach ihrer Zustimmung bekanntgegeben werden. Die nächsten Präsidentenwahlen stehen im Frühjahr 2009 auf dem Programm. Ob Staeck für eine weitere dreijährige Amtszeit kandidieren wird, ist noch offen. Akademiemitglieder wie Ulrich Matthes drängen ihn bereits jetzt zur Wiederwahl. Staeck ehrte am Wochenende den Ehrenpräsidenten und langjährigen Akademie-Präsidenten Walter Jens, «vor dem ich mich in Verehrung und Dankbarkeit für das Geleistete mit Respekt verneige». Der in Tübingen lebende 85-jährige Jens ist demenzkrank. |
























































