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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Goya-Gemälde erinnert an Spaniens Unabhängigkeitskrieg vor 200 Jahren Von Hubert Kahl, dpa PDF Drucken E-Mail
Montag, 28. April 2008 um 21:18 Uhr

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Das Werk des berühmten Malers Francisco de Goya stellt einen wichtigen Moment in der spanischen Geschichte dar: Am 2. Mai 1808 erhoben sich Teile der Madrider Bevölkerung gegen die französischen Besatzungstruppen von Napoleon I. Die Franzosen schlugen die Revolte brutal nieder, trieben Dutzende von Aufständischen zusammen und erschossen sie am 3. Mai auf einem Hügel am Rande der spanischen Hauptstadt.

Dieser Vorfall vor 200 Jahren löste den spanischen Unabhängigkeitskrieg aus. Aus Anlass des Jahrestages zeigt das Madrider Prado-Museum in einer großen Ausstellung mehr als 200 Werke des Künstlers. Im Mittelpunkt der Schau unter dem Titel «Goya in Zeiten des Krieges» steht das Gemälde von der Erschießung. Der Künstler hatte damit auf drastische Weise die Brutalität der Unterdrückung geißeln wollen.

Das Werk wurde für die Ausstellung in mühevoller Kleinarbeit restauriert. Es war im spanischen Bürgerkrieg (1936-39) beschädigt wurden. Damals wurden die Kunstschätze aus dem Prado-Museum nach Frankreich gebracht, um sie vor den Bomben der Truppen des späteren Diktators Francisco Franco in Sicherheit zu bringen. Dabei prallte ein Lastwagen mit seiner wertvollen Ladung gegen einen Balkon.

Der 2. Mai 1808 markiert einen wichtigen Einschnitt in der spanischen Geschichte. «Die Aufständischen waren einfache Leute, Tagelöhner, Bauarbeiter, Wasserträger oder Prostituierte», betonte der Schriftsteller Arturo Pérez-Reverte. «Sie hatten genug davon, dass die Franzosen durch Madrid marschierten, als wären sie daheim.»

Der Widerstand gegen die Franzosen wurde in Spanien aber auch zu einem Mythos. Generationen von Kindern lernten in der Schule, dass die spanische Nation im Unabhängigkeitskrieg sich vereint gegen die Invasoren erhob und für ihre Freiheit kämpfte. Diese Vorstellung ist jedoch, wie zahlreiche Historiker aus Anlass der 200-Jahr-Feiern betonen, nicht ganz korrekt.

Zunächst einmal waren es die Spanier selbst, die die Franzosen ins Land geholt hatten. König Karl IV. und sein Günstling Manuel Godoy hatten den Truppen Napoleons erlaubt, zur Eroberung von Portugal durch Spanien hindurchzuziehen. Die Franzosen nutzten dies, um Stützpunkte auf spanischem Gebiet zu errichten und das Land unter Kontrolle zu bringen. Am 6. Juni 1808 proklamierte Napoleon seinen Bruder Joseph Bonaparte zum König von Spanien.

Dem französischen Militär machte besonders ein bis dahin unbekanntes Phänomen zu schaffen: der Guerillakrieg. Die Soldaten mussten nicht gegen eine reguläre Armee ankämpfen, sondern gegen kleine Gruppen, die aus dem Hinterhalt angriffen. Dabei waren die Partisanen keineswegs alle Freiheitskämpfer. Viele von ihnen waren, wie Historiker betonen, Wegelagerer und Banditen.

König Joseph Bonaparte schrieb an seinen Bruder: «Meine Lage ist einzig in der Geschichte. Ich habe hier nicht einen einzigen Anhänger.» Das Eingreifen Englands machte dem Krieg 1814 ein Ende.

Spanien erhielt die Unabhängigkeit zurück, aber es war auch ein Verlierer des Krieges. Der Absolutismus wurde wiederhergestellt und der Ende des 18. Jahrhunderts begonnene Reformprozess unterbrochen.

Spanien geriet im Vergleich zu den anderen europäischen Mächten weiter in Rückstand.



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