| Ans Tageslicht geholt - Oudry-Gemälde in Schwerin wird restauriert |
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| Samstag, 09. August 2008 um 09:04 Uhr | ||
Oudry-Gemälde, SchwerinAn den teilweise arg ramponierten Bildern wird seit Jahren gearbeitet. Schlagzeilen machte etwa die spektakuläre Restaurierung der lebensgroßen Darstellung von Rhinozerosdame «Clara» und eines fast ebenso großen Löwen- und eines Tiger-Gemäldes in den USA für zusammen 600 000 Dollar, aufgebracht von der amerikanischen Getty-Stiftung und den «Freunden zur Erbe-Erhaltung, Los Angeles». Jetzt soll auch das letzte der 34 Schweriner Ölbilder des begnadeten Tiermalers aus dem Depot «befreit» werden, der «Kampf zwischen Hund und Wildschwein» aus dem Jahr 1731. Oudry ist viel gerühmt worden für seine sensible Darstellung von Tieren. Er gilt als erster Maler, der in ihnen mehr als Nutzvieh oder Jagdhelfer sah - seine Tierbilder sind regelrechte Porträts. Einem Wolf, dessen gebrochener Vorderlauf in einer Eisenfalle steckt, rinnt eine Träne aus dem Auge. Und der melancholisch-abgeklärte Blick von «Clara» scheint ihre ganze Lebensgeschichte als reisendes Ausstellungsstück kreuz und quer durch Europa zu erzählen. Dass der «Kampf zwischen Hund und Wildschwein» überhaupt von Oudry gemalt wurde, ist erst seit kurzem wirklich sicher. Bei früheren Untersuchungen hatte man auf dem extrem dunkel gewordenen Gemälde keine Signatur finden können, wie Museumsdirektorin Kornelia von Berswordt berichtet. Schließlich nahm die Kunsthistorikerin Claudia Schönfeld das Bild noch einmal unter die Lupe und Chefrestaurator Vollrat Dreyer machte den Firnis ganz vorsichtig dort durchsichtig, wo Oudrys Name vermutet wurde. In der Tat kamen die Signatur und die Datierung 1731 zum Vorschein - eine kleine Sensation. Ein «sehr dramatisches Gemälde» sei das 1,49 mal 1,81 Meter große Bild und in keinem guten Zustand, sagt von Berswordt. Es habe einen Riss und sei so dunkel, dass man außer den Köpfen der Tiere kaum etwas erkennen könne. Nun soll das Gemälde restauriert werden, um es der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin im Landkreis Ludwigslust hat bereits 7000 Euro zugesagt. Nötig seien insgesamt 14 000 Euro, sagt die Direktorin, die auf der Suche nach weiteren Sponsoren ist. «In den vergangenen 15 Jahren haben wir 76 Gemälde mit Fremdgeldern restaurieren können», bilanziert sie mit Blick auf großzügige Spenden von Unternehmen und Stiftungen. Nach der Restaurierung soll der «Kampf zwischen Hund und Wildschwein» im Schloss Ludwigslust südlich von Schwerin ausgestellt werden. Dort sollen auch die 13 Gemälde der «Menagerie-Serie» ihre dauerhafte Heimat finden, die in der bis zum 31. August verlängerten Ausstellung «Oudrys gemalte Menagerie» im Staatlichen Museum in Schwerin zu sehen sind. Danach reisen «Clara» und die anderen exotischen Tierporträts in die Kunsthalle Tübingen, ehe sie nach Abschluss der Sanierung von Schloss Ludwigslust dort einziehen sollen. (Internet: www.museum-schwerin.de) |
























































