| München will mit Berlin gleichziehen - Traum vom Museumsareal |
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| Mittwoch, 13. August 2008 um 06:46 Uhr | ||
München, MuseumsinselDie bayerische Landeshauptstadt träumt von einem geschlossenen Kunstareal vergleichbar mit der Berliner Museumsinsel. Dabei kann sich München mit seinen drei Pinakotheken und dem Lenbachhaus schon jetzt durchaus sehen lassen. Mit dem ultramodernen Museum Brandhorst, dessen Bau fast abgeschlossen ist, erhält die Stadt ein weiteres Glanzstück. Zwar wird das mit 36 000 bunten Keramikstäben in 23 Farben verzierte Museum Brandhorst erst Anfang 2009 eröffnet. Dennoch ließen es sich Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) und Kunstminister Thomas Goppel (CSU) am Dienstag nicht nehmen, schon mal einen Blick in das neue Gebäude zu werfen. Es wird künftig die Sammlung von Udo und Anette Brandhorst beherbergen, die aus mehr als 700 Werken wegweisender Künstler des 20. Jahrhunderts wie Pablo Picasso, Cy Twombly und Andy Warhol besteht. 48 Millionen Euro kostete der vom Freistaat Bayern finanzierte Bau des Museums in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pinakothek der Moderne. Auf einem schmalen Grundstück entwarf das Berliner Architektenbüro Sauerbruch Hutton einen etwa 15 Meter hohen dreigeschossigen Langbau, der durch einen etwas höheren Kopfbau ergänzt wird. Neben der Außenhaut aus Keramikstäben ist Sammler Udo Brandhorst besonders stolz auf die raffinierte Lichtkonstruktion, mit der maximal viel Tageslicht in das Gebäude eindringen kann und durch lichtlenkende Lamellen gedämpft wird. «Die Tageslichtsituation ist sehr wichtig», sagte Brandhorst. Vorbildlich ist auch das ökologische Konzept. Grundwasserpumpen helfen bei der Klimatisierung der Räume, die direkte Temperierung der Wände soll Energiekosten reduzieren. Gegenüber einem vergleichbaren Gebäude herkömmlicher Technik kann nach Angaben Brandhorsts der Energieverbrauch um 30 bis 50 Prozent gesenkt werden. Rund 150 bis 200 Werke der Sammlung Brandhorst sollen nach Worten des Direktors der Stiftung, Armin Zweite, in dem Museum gezeigt werden. Zweite hatte zuvor die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen geleitet und kennt sich auch mit der Museums-Szene in München bestens aus, war er doch jahrelang Direktor des städtischen Lenbachhauses. Er fordert, beim Ausbau des Münchner Museumsareals in europäischem Maßstab zu denken. «Die Kulturwahrnehmung spielt heute eine dominierende Rolle für die Imagebildung einer Stadt.» Auch wenn München kein Bode-Museum und keine Alte Nationalgalerie habe, die Kunstmuseen seien in ihrer Vielfalt und von ihrem Sammlungsgewicht mit Berlin auf jeden Fall vergleichbar, sagt Zweite. «Da muss ein Masterplan entwickelt werden», fordert Zweite mit Blick auf das Ziel, ein Berlin vergleichbares Kunstareal zu schaffen. Das geht in einer Stadt wie München nicht ohne Streit. Seit längerem werden Pläne diskutiert, wie die verstreuten Sammlungen der Alten und Neuen Pinakothek, der Pinakothek der Moderne sowie der im Bau befindlichen Ägyptischen Sammlung durch einen zentralen Platz zusammengefasst werden können. Als die Stiftung Pinakothek der Moderne kürzlich ehrgeizige Entwürfe des Architekten Gunter Henn präsentierte, hagelte es auch Kritik. Zweite sieht es positiv: «Das war ein wichtiger Anstoß, weiterzudenken.» Geld für den Ausbau Münchens zur Museumsstadt von internationalem Rang ist allenthalben nötig. Anders als Berlin, das großzügig aus der Bundeskasse unterstützt wird, setzt München nach Worten von Goppel auf Kunstmäzene. Ist das Museum Brandhorst erst einmal eröffnet, soll der Neubau für die Ägyptische Sammlung vorangetrieben werden. Doch bevor über die architektonische Gestaltung des Kunstareals entschieden werden dürfte, stehen noch Rettungsprojekte an. Neben dem Haus der Kunst ist laut Goppel «der dickste Brocken» das Deutsche Museum. Dem völlig maroden weltberühmten Technik-Museum droht das schleichende Aus.
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