| Dänisches Louisiana-Museum auch mit 50 unwiderstehlich für Verliebte |
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| Mittwoch, 13. August 2008 um 06:55 Uhr | ||
Louisiana-Museum, HumlebækEin wunderschöner Park mit Henry-Moore-Skulpturen und Traumblick von oben auf den Öresund. Drinnen aufregende Kunst von Andy Warhol, David Hockney, Anselm Kiefer und Pablo Picasso mit unauffällig eleganter, warmer skandinavischer Architektur als Rahmen. Zum 50. Geburtstag des weltweit bekannten und hoch geachteten Museums in Humlebæk nördlich von Dänemarks Hauptstadt hat Louisiana-Chef Poul Erik Tøjner (56) keine Angst, dass die Liebe altersbedingt rosten könnte: «Wir sind nach wie vor als Raum für Gemeinschaftserlebnisse sehr populär und werden es auch bleiben.» Am 14. August 1958 eröffnete der Fabrikant und begeisterte Kunstsammler Knud W. Jensen (1916-2000) das Privatmuseum in einer alten Patrizier-Villa aus Holz. Heute ist sie als Eingangsgebäude in das gewaltig und gleichzeitig diskret gewachsene Museumsgelände eingebunden. Louisiana machte sich schnell einen Namen mit seiner betont lockeren Museumskultur. Von Beginn an hatte niemand etwas dagegen, dass Familien im Park Picknick machen und Kinder zwischen den Moore-Skulpturen herumtoben. In den 80er Jahren diskutierten tausende Friedensbewegte im Park und zwischen Bildern von Georg Baselitz sowie Statuen von Alberto Giacometti über Wege zur atomaren Abrüstung. Zum Beginn der Perestroika trafen sich hier russische Exil-Künstler zu ersten vorsichtigen Kontakten mit «Staatsintellektuellen» aus der damaligen Sowjetunion. Alle Besucherrekorde schlug 1993/94 eine Ausstellung mit Bildern von Claude Monet, für die knapp 500 000 Besucher oft Schlange stehen mussten. Die Besucherzahlen gingen danach zeitweise deutlich in den Keller. «Heute sind wir ein Teil der immer größer werdenden Erlebnisindustrie und kämpfen mit Fernsehen, Internet, oder was weiß, ich um die Zeit der Menschen», sagt Tøjner. Dennoch will er Louisiana als «Ort der bürgerlichen Öffentlichkeit im Sinne von Jürgen Habermas» bewahren und beim Streben nach populären Ausstellungen «nicht in Populismus verfallen». Wieder bessere Besucherzahlen, die gelungene Rundumerneuerung der Gebäude und eine allseits begeistert gelobte Jubiläums-Ausstellung mit Werken von Paul Cezanne und dem von ihm stark beeinflussten Giacometti deuten auf neuen Erfolg hin. Allerdings drücken weiter Finanzsorgen. Bei den explodierende Preisen für «große Namen» auf dem Kunstmarkt kann Louisiana mit den Branchen-Ersten wie dem Museum of Modern Art in New York nicht mithalten. «Dazu gibt es im kleinen Dänemark einfach zu wenig superreiche Privatfinanziers», beklagt Tøjner. Der dänische Museumschef mit Zweitwohnung in Berlin und Lust an Kant-Zitaten freut sich, dass nicht zuletzt deutsche Künstler mit Weltruf wie Georg Baselitz, Gerhard Richter und Sigmar Polke aus erschwinglicheren Zeiten zum «Grundstamm» der 3000 Werke der Louisiana-Sammlung gehören. Dass die ganz junge Garde führender dänischer Künstler das berühmte Museum inzwischen einfach «zu adrett» findet, stört ihn nicht. Louisiana sei nun mal, wie es sei und im Übrigen auch ein Museum seiner selbst und der Architektur seiner Zeit, sagte er in einem wunderbaren Jubiläumsbuch der Journalistin Pernille Stensgard zum 50. Geburtstag. Gefeiert wird in Louisiana am 14. August eher nicht, weil das ganze Jahr als Jubiläum gilt. (Internet: www.louisiana.dk)
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