| Kunst ohne Zweifel - Carola Kadenbach greift auch mal zur Motorsäge |
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| Mittwoch, 13. August 2008 um 06:57 Uhr | ||
Carola Kadenbach, KarlsruheEine 100 Jahre alte ehemalige Bäckerei mit einem mächtig-gekachelten Ofen ist ihr Atelier, an einer Außenwand führt eine eiserne Treppe auf eine südländisch anmutende Veranda, auch dort gibt es noch ein paar Zimmer. «Hier fühle ich mich wohl», sagt sie. «Hier kann und will ich arbeiten.» Die 29-Jährige mit den blonden langen Rastazöpfen macht Kunst zum Anfassen: keine Spur von feiner Blasiertheit, um sie herum versammeln sich große, von mannigfachen Farben strotzende Gesichter und Formen. Daneben stehen Holz- und Metallskulpturen, bemalte und auf Stecken aufspannte Stofftücher, allerlei Kreatives und auch Unfertiges. Kadenbach malt Bilder mit dem Pinsel, sie formt Gipsgebilde mit ihren Händen und greift auch gerne mal zur Motorsäge, um Baumstümpfe zu formen. Sogar Treibholz kommt ihr in die Finger. «Kunst ist für mich eine Ausdrucksform», sagt die junge Freischaffende. Der Künstlerberuf war für die gebürtige Dresdnerin ein wenig vorgezeichnet, schon im Kindesalter zeigte sie eine große Begabung für die Kunst. Doch zunächst sollte es für Carola nach der Schule eine Lehre zur zahnmedizinischen Fachangestellten sein. Mit Anfang 20 kam dann die «Erleuchtung über Nacht», wie sie es nennt. Kadenbachs Lebensziel fortan: freischaffende Künstlerin. Und sie hatte Glück: Aufträge kamen prompt und zuverlässig. Ihre Hauptthemen sind Menschen und deren Gefühlswelt. Diese Orientierung hat sie von der Kunst auch in andere Bereiche gebracht, darunter zur Sozialarbeit: Seit 2006 arbeitet Kadenbach nebenbei in der Pforzheimer Gustav-Heinemann-Schule mit geistig behinderten Kindern zusammen. «Mich macht es glücklich, Ideen an diese Kinder weiterzugeben», sagt sie. «Es ist auch sehr inspirierend, welche Impulse diese Kinder geben.» Zur Nebentätigkeit kam dieses Jahr noch ein Lehrauftrag am Pädagogischen Fachseminar hinzu. Kadenbach gibt dort Kunstkurse. Ein bisschen paradox, meint sie doch selbst: «Kunst kann man nicht lernen, es ist eine Lebenseinstellung und mein Lebensinhalt.» Und Kadenbach ist selbstsicher: «Ich habe noch keinen halben Tag lang an der Entscheidung gezweifelt, freie Künstlerin zu werden.» Ihr größter Traum: Kunstprojekte, in denen sie sich voll ausleben kann, ganz ohne Zwänge. Aber freischaffende Künstler brauchen nicht nur Ideen, Mut und Muße, sondern auch viel Disziplin: «Und man muss sich bei der Berufswahl absolut sicher sein, dass es der richtige Weg ist», sagt Kadenbach.
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