| «Orient und Okzident» - Werke von Hundertwasser und Hasegawa gezeigt |
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| Freitag, 15. August 2008 um 07:22 Uhr | ||
Friedensreich Hundertwasser, SchwerinZu sehen sind Druckgrafiken des exzentrischen Österreichers, denen ebenfalls farbige Grafiken und Aquarelle des Japaners Shoichi Hasegawa gegenübergestellt wurden. Beide Männer - 1928 und 1929 geboren - nahmen eine ähnliche und doch entgegengesetzte Entwicklung: Während Hundertwasser 1961 nach Japan reiste und die fernöstlichen Einflüsse in sich aufnahm, ging Hasegawa 1961 nach Paris, um die in Japan wenig gebräuchlichen Radiertechniken zu erlernen. Zuvor begegneten sich beide Künstler in Tokio, ohne aber eine Künstlergemeinschaft einzugehen, sagt der Kunstwissenschaftler Ulrich Kavka. Die Schweriner Ausstellung mit dem Titel «Orient und Okzident», die am Donnerstagabend eröffnet werden sollte, stammt aus der privaten Kunstgalerie Böttingerhaus in Bamberg, berichtet die Leiterin des Schleswig-Holstein-Hauses, Heidrun Hamann. Während eine Hundertwasser-Ausstellung bereits 1996 in Schwerin für einen Rekord von 17 000 Besuchern sorgte, ist der Japaner Hasegawa in ganz Deutschland wenig bekannt. Kavka führt das auf die «Uninteressiertheit» öffentlicher Museen an Druckgrafik zurück. «Die zeitgenössische Druckgrafik spielt in der Bewertung des Künstlerischen eine untergeordnete Rolle.» Die Technik passe nicht zum heutigen Event-Charakter der meisten Ausstellungen. «Der Japaner im Kielwasser von Hundertwasser ist eine richtige Entdeckung», betont Kavka, der die Ausstellung mit 150 Arbeiten in Schwerin aufbaute. Hundertwasser sei durch seine nach außen gerichtete Arbeit populär geworden, seine Werke wirkten plakativ, seien praktisch im Vorübergehen zu erfassen. Hasegawas Werke dagegen seien nach innen gerichtet. «Hier ist Kontemplation möglich, das kann man nicht beiläufig wahrnehmen. Die Bildsprache ist entgegengesetzt», erläutert Kavka. Beide Künstler seien Beispiele dafür, wie sich unterschiedliche Kulturen gegenseitig befruchten können. Aber sie hätten auch etwas gemeinsam: «Sie machen es dem Publikum durchaus leicht, ohne dass sie ins Geschmäcklerische abgleiten», fasst Kavka zusammen. Schwerins Kulturdezernent Hermann Junghans ist stolz auf die neue Ausstellung. «Es ist keine andere Stadt in Deutschland zu finden, die mit so wenig Ressourcen an Geld wie Personal so viel auf die Beine stellt», schätzt er ein. Politik der Stadt sei es, sich in jedem Jahr auf eine große, publikumswirksame Ausstellung im Schleswig-Holstein- Haus zu konzentrieren. Publikumsrenner seien etwa die Ausstellungen mit Arbeiten Salvatore Dalís 2004 und Leonardo da Vincis 2005 geworden. Die heftig umstrittene Schau mit Skulpturen des von Hitler bevorzugten Bildhauers Arno Breker 2006 lockte gar 36 000 Neugierige. Die Ausstellung «Orient und Okzident» ist bis zum 19. Oktober 2008 zu sehen. |
























































