| Museumsdirektor: Kunstmarktentwicklung von Nachteil für Museen |
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| Donnerstag, 21. August 2008 um 07:46 Uhr | ||
Kunstmarkt, Preise, Museen«Die können bei den Preisen nicht mehr mithalten», sagte der Direktor des Kupferstich- Kabinetts Dresden, Wolfgang Holler, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Sie seien in der Sammeltätigkeit immer mehr auf Vereine, Stiftungen und Förderer angewiesen. «Die Museen spielen im internationalen Wettstreit eine zusehends geringere Rolle», berichtete Holler. «Der Warencharakter der Kunst hat noch zugenommen.» Die Frage nach der originären künstlerischen Position oder dem Kontext von Werken träte dahinter zurück. «Kunstwerke sind Investitions-, Repräsentations- und Spekulationsobjekte, eben eine schöne Aktie.» Den Museen falle es schwer, mit dem Anspruch an Qualität noch Fuß zu fassen, den sie an sich stellten. «Wir wollen kaufen, was in 50 Jahren noch Bestand hat.» Ein Museum suche wie ein guter Sammler das Beste, sei letztlich immer auf der Suche nach dem «Meisterwerk». «Das ist schwer zu erfüllen bei einem Kunstmarkt, wo die Arbeiten bisweilen bei Künstlern bestellt werden.» Daher bestünden bei vielen persönlicher Antrieb und die unabdingbare innere Notwendigkeit der Kunst nicht mehr. «Dieser Aspekt hat in der Kunst sehr zugenommen», so Holler. «Die Kunstmuseen sind nach wie vor bemüht, für die Öffentlichkeit hochrangige Werke von Künstlern zu sammeln, von denen man annimmt, dass sie künftig eine Rolle spielen - auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene.» Dabei hätten Grafik oder Fotografie sogar Vorteile. «Bilder sind in der Regel teurer, mit Zeichnung und Grafik lässt sich viel besser experimentieren.» Aber auch das Entgegenkommen der Künstler sei nicht mehr so groß wie früher. «Schenkungen vom Meister direkt werden gegenüber früher eher die Ausnahme.» Auch Sammlungen wie das Kupferstich-Kabinett erwerben die Arbeiten meist aus Ateliers, Galerien oder Kunsthandlungen. «Auf Auktionen haben wir, wie die meisten Museen, nur selten eine Chance.» Dort dominierten die privaten Sammler, große Firmen und zunehmend Kunden aus dem Fernen Osten. «Das meiste, was wir bekommen, sind Stiftungen und Schenkungen», sagte Holler. Bei Erwerbungen sei das Kabinett auf seinen Freundeskreis angewiesen. «Ohne den Verein wären wir verloren.» Die Liste der Wünsche sei lang. «Gerhard Richter hätte ich natürlich gern mehr. Gleiches gilt für andere große Namen wie Picasso oder Manet.» Der Ausbau dieses Bereichs wäre zwar wichtig, aber sehr teuer. Holler: «Da muss man ein bisschen auf den Zufall hoffen.» Gespräch: Simona Block, dpa
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