| Karl Ulrich Nuss produziert Figuren mit ungebremster Schaffenskraft |
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| Dienstag, 26. August 2008 um 07:38 Uhr | ||
Karl Ulrich NussDiese «Miniatur» ist allerdings eine Ausnahme im Schaffen des Bildhauers aus Weinstadt (Rems-Murr-Kreis). Der 65-Jährige ist Großplastiker und formt mit Vorliebe lebensgroße Figuren aus Bronze, die gut zweieinhalb Zentner wiegen. «Die nimmt keiner so leicht weg», sagt der Künstler mit einem Blick auf die vielen Werke in seinem Garten («der wird immer voller») im Teilort Strümpfelbach. «Ich bin ein schöpferischer Mensch», sagt Nuss über sich. Vorbelastet und geprägt von seinem Vater Fritz Nuss, in dessen Atelier der Junge aufwuchs, habe er mit 15 oder 16 Jahren den Wunsch verspürt, sein Talent und die Begabung zu nutzen, um Bildhauer zu werden. Seine Kunst ist zutiefst human, eine wissende, fühlende und lächelnde Dichtung, unpathetisch und geistreich in Variation und Formulierung. «Ich stelle keine Menschen dar im Sinne von Fleisch und Blut», sagt der Schwabe, der in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis), Nürnberg und Berlin studiert hat. Ein Stück weit werde er getrieben, zu gestalten und sichtbar zu machen, «was einem vorschwebt». «Viele Künstlerkollegen müssen kämpfen», weiß Nuss. Er habe es, auch Dank des Vaters, leicht gehabt, sei nicht von Zweifeln begleitet, sondern spüre stets «eine ungebremste Schaffenskraft». Wirtschaftlich habe er kein Problem. «Ich kann von meinem Beruf leben, habe immer zu tun.» Da sei er sicher in der Kunstbranche eine Ausnahme, auch wenn die Kommunen die Zahl ihrer Aufträge für Brunnen und Kunst in der Innenstadt oder bei Ortskernsanierungen von «drei bis vier pro Jahr auf Null zurückgefahren haben». Auch werden seine Skulpturen von keinem Privatmann «beim Vorbeigehen» gekauft. Dabei verursacht der Werkstoff Bronze, mit dem Nuss überwiegend arbeitet, hohe Kosten. Für eine lebensgroße Figur verlangt der Künstler 24 000 Euro, wobei nur «ein Sechstel davon mir verbleibt». Da sich solche Plastiken «nicht wie warme Semmeln verkaufen», gibt es Kleinfiguren von Nuss auch schon für 400 Euro. Zehn bis zwölf große Figuren stellt Nuss im Jahr her; er arbeitet hauptsächlich nachmittags oder abends, wobei er im Sommer größere Plastiken formt und im Winter kleinere. Für seine Figurationen auf horizontaler oder vertikaler Platte, die durch die Art ihres Zueinanders gesellschaftliche und individuelle menschliche Beziehungen deutlich machen, hat der Künstler natürliche Ausstellungsräume gefunden: In den Weinbergen von Strümpfelbach sind die Skulpturen ebenso zu bestaunen wie auf Golfplätzen oder der Allee unweit des Naturfreundehauses hoch über dem Remstal. Diese Kunst im Spiel der Jahreszeiten, im Wechsel der Tageszeiten und in der Vielfalt der Perspektiven und Ansichten ist von Nuss gewollt. In seinem Atelier arbeitet er gerade an einer großen Plastik im Auftrag der Diözese Rottenburg. Seine Werke stehen auf Plätzen in ganz Deutschland, wie der Rattenfängerbrunnen in Hameln, oder bei privaten Käufern im Ausland. Nomen est omen - Karl Ulrich Nuss signiert seine Werke seit einiger Zeit mit einer echten Nuss, die er mal zu Füßen seiner Figuren, mal zwischen den Fingern platziert. Wobei er Wert darauf legt, Plastiker und kein Skulpteur zu sein: «Ein Skulpteur nimmt von etwas Festem was weg. Ich dagegen fange dünn an und baue auf.» |
























































