| «Eine Feder für die Freiheit» - Karikaturist Fritz Behrendt gestorben |
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| Sonntag, 07. Dezember 2008 um 09:59 Uhr | ||
Fritz Behrendt, KarikaturistEr griff zum Zeichenstift. Das Bild wurde zur ersten politischen Karikatur des später international hochgeehrten deutschen Zeichners, der am Donnerstag mit 83 Jahren in seiner holländischen Wahlheimat starb. Behrendts treffsichere Karikaturen erschienen über Jahrzehnte in international renommierten Publikationen - darunter «Der Spiegel», die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», die «New York Times», das «Time»-Magazin, die Züricher «Weltwoche» sowie viele Zeitungen der Niederlande. Immer wieder hat der bekennende Sozialist, der 2002 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, Diktatoren und andere düstere Figuren der Weltgeschichte mit dem Zeichenstift bloßgestellt. Zu den Mächtigen, mit denen Behrendt sich anlegte, gehörte einst auch Erich Honecker. Damals noch als Chef der staatlichen DDR-Jugendorganisation FDJ hatte Honecker den Ex-Berliner, der 1937 mit seiner jüdischen Familie vor den Nazis nach Amsterdam geflohen war, in die «Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik» eingeladen. Eine Zeitlang stellte Behrendt seine Kunst in den Dienst der Agitationsabteilung der FDJ, doch immer mehr erkannte er, dass die DDR nicht seinen Vorstellungen von einer fortschrittlichen Heimstatt freier Bürger entsprach. Mit Kritik hielt sich Behrendt auch in Ost-Berlin nicht zurück. Bald fand sich der niederländische Staatsbürger als politischer Häftling in einem ostdeutschen Gefängnis wieder. Der irrsinnige Vorwurf: Im Auftrag der «abtrünnigen» jugoslawischen Regierung unter Josip Broz Tito habe er die Destabilisierung der DDR betrieben. Erst nach sechs Monaten kam Behrendt auf Drängen der Niederlande frei. Eine Art Rehabilitation erfuhr der linke Künstler Mitte der 1950er Jahre, als ein einst von ihm gezeichneter Entwurf für das neue offizielle DDR-Staatswappen verwendet wurde. Das DDR-Gefängnis war für Behrendt nicht das erste, das er von innen erlebte. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges hatten ihn schon die deutschen Besatzer Amsterdams eingesperrt. Wegen seiner Teilnahme am Widerstand sollte er hingerichtet werden, doch das Urteil konnten die mittlerweile fliehenden Deutschen nicht mehr vollstrecken. Zwölf Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung wurde Behrendt auch mit Blick auf seinen mutigen Einsatz gegen die Nazis mit einer großen Ausstellung in der Nikolaikirche seiner Geburtsstadt Berlin geehrt. Sie stand ganz treffend unter dem Titel «Eine Feder für die Freiheit». Zu sehen war auch eine seiner berühmtesten Zeichnungen. Das Blatt mit dem recht sarkastischen Titel «Fortschritt» zeigt den Start eine beeindruckenden Weltraumrakete, während sich unten auf der Erde Menschen die Köpfe einschlagen. Behrendt erhielt dafür im Jahr 2000 den zum ersten Mal von den Vereinten Nationen vergebenen «United Nations Political Cartoon Award». |
























































