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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




artefacti® - Dies ist der Onlineshop des Altenburger Künstlers Michael Külbel. Hier können Sie die abstrakte Kunst des Künstlers direkt erwerben. Jedes Bild ein Unikat. Kein Bild wird mehrfach angefertigt. Der Künstler verfügt über eine aussagekräftige Vita, hatte zahlreiche Ausstellungen und einige Großprojekte. Mehr über den Künstler und seine abstrakte Kunst erfahren Sie auf seiner website www.mk4art.de

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Letzte Pinselstriche beim Kunstprojekt «Sehnsucht nach Ebene II» PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 10. Dezember 2008 um 07:10 Uhr

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Sehnsucht nach Ebene II, Kunstprojekt, Milica Reinhart, Marjan Verkerk


Muster in Regenbogenfarben, abstrakte Formen in schwarz und grau und viele kleine Details haben sie bereits auf den kalten Beton gemalt. Das Atelier der beiden Künstlerinnen: ein Gerüst hoch oben an der Unterseite einer 450 Meter langen Auto-Hochbrücke im westfälischen Hagen. Durch viele bunte Pinselstriche sollen die grauen Betonflächen der Brücke spätestens bis Weihnachten der Vergangenheit angehören. Damit ist das Kunstwerk «Sehnsucht nach Ebene II» das erste Projekt der Kulturhauptstadt RUHR.2010, das bereits über ein Jahr vor dem offiziellen Startschuss fertiggestellt wird.

Die Malereien der beiden Künstlerinnen an der Hochbrücke sehen nicht nur schön aus, sondern erzählen auch Geschichten. Es sind die persönlichen Erzählungen von Frauen, die in der Nähe der Brücke wohnen. In Interviews haben über 40 Anwohnerinnen, die aus vielen Nationen kommen, den beiden Künstlerinnen von Kriegserinnerungen, Gewalt und Missbrauch, aber auch von Sehnsucht und Liebe berichtet.

«Diese Gespräche haben uns sehr berührt. Und weil die Altenhagener Brücke offiziell auch mit "Ebene II" bezeichnet wird, haben wir unser Kunstprojekt "Sehnsucht nach Ebene II genannt"», sagt Verkerk (52). Ihre Geschichten und Erlebnisse verbanden viele der Frauen mit bestimmten Farbtönen. Die beiden Künstlerinnen setzten diese dann in Bilder um, die sie jetzt an die Unterseite der Brücke malen.

So wie bei jener Anwohnerin, die vor vielen Jahren von Bosnien nach Hagen zog. Die Farben ihrer Erinnerung sind schwarz, braun, grau und orange. Das Ruhrgebiet empfand sie damals als dreckig und trist - als schwarz und braun eben. Orange sei ihr der Himmel in Erinnerung geblieben und die Farbe grau assoziiert sie noch heute mit einem kratzigen Wollunterrock von damals.

Stück für Stück wird die Ebene II, die in direkter Nähe zum Hagener Hauptbahnhof liegt, nun schon seit Juli saniert und bemalt. Hinzu kommen gelbe Neonröhren, die das Wort «Brücke» in verschiedenen Sprachen formen: «Köprü» zum Beispiel auf Türkisch oder «ponte» auf Portugiesisch. «Nun ist die Brücke genauso bunt wie unsere Stadt. Und das ist schön, denn schließlich verkörpert sie das Eingangstor Hagens», freut sich Rita Viehoff, Kulturamtsleiterin in Hagen.

Der Türke Sirganci Ahmet hat von seinem kleinen Laden aus einen direkten Blick auf die Altenhagener Brücke. Er ist begeistert: «Die Leute bleiben stehen und schauen, was sich da tut. Das Projekt steht für den Zusammenhalt der Menschen hier, auch wenn viele hier ursprünglich aus verschiedenen Ländern kommen.» Nur, dass die Stadt unter der Brücke so viele Knöllchen an Falschparker verteilen lässt, stört ihn. Wäre das nicht so, kämen auch viel mehr Menschen nach Hagen, um sich die Brücke anzuschauen, glaubt er.

Zur Kulturhauptstadt 2010 wird das Projekt «Sehnsucht nach Ebene II» seinen Höhepunkt erreichen. Eine Woche lang soll das Bauwerk aus den 1970er Jahren dann für Autos gesperrt und Spaziergänger geöffnet werden. Dabei mussten die beiden Künstlerinnen zunächst um die Verwirklichung ihrer Idee kämpfen. «Bei Kunstprojekten ist es immer schwierig, die Leute zu überzeugen. Schließlich wussten wir selbst nicht genau, auf welches Ergebnis unsere Idee hinausläuft», sagt Reinhart (50). Denn erst die Geschichten der Anwohnerinnen gaben die eigentliche Richtung des Projekts vor.

(Internet: www.sehnsuchtnachebene2.de)



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