| Staatsgalerie im Aufbruch - Mehr Platz und freier Eintritt |
|
|
|
| Donnerstag, 11. Dezember 2008 um 07:20 Uhr | ||
Staatsgalerie StuttgartDie Voraussetzungen dafür sind geschaffen: Von diesem Freitag an kann Museumschef Sean Rainbird auch die gesamte, 1842 errichtete Alte Staatsgalerie bespielen; die Ausstellungsfläche wächst um 1500 auf nun 8350 Quadratmeter. Land und Galerieverein haben dafür 4,3 Millionen Euro in die Hand genommen - erwarten dafür von Rainbird aber auch «klar steigende» Besucherzahlen, wie Staatssekretär Dietrich Birk (CDU) betonte. Die Staatsgalerie hatte mal deutlich mehr als 400 000 Besucher im Jahr, im Jahr 2007 waren es noch rund 161 000. Auch wenn die Zahlen für das zu Ende gehende Jahr wegen der beliebten Sonderausstellungen «PopArtPortraits» und «Matisse - Menschen Masken Modelle» sicher wieder höher liegen, sind die Erwartungen in Rainbird immens. Es gelte, an alte Zeiten anzuknüpfen, hieß es. Und Rainbird nutzt den neuen Platz zunächst mal, um den Besuchern die eigene Sammlung wieder näher zu bringen. In den hohen betont schnörkellosen Räumen zeigt er 80 Werke aus der Zeit nach 1950. Darunter eine ganze Reihe Werke, die schon lange in den Archiven der Staatsgalerie schlummerten. Und Neuerwerbungen: Erstmals präsentiert wird etwa das Gemälde «Ordnungshüter» von Neo Rauch. Der Wegbereiter der Neuen Leipziger Schule hat es kürzlich für die Staatsgalerie angefertigt. Gestiftet wurde es vom Sammler-Ehepaar Rudolf und Uta Scharpff. Das Rauch-Werk reiht sich ein in Arbeiten von Jeff Koons, Rosemarie Trockel, Anselm Kiefer, Georg Baselitz oder Gerhard Richter. Ein Raum allein ist Max Beckmanns Lithographienfolge zur «Offenbarung» des Johannes mit dem Titel «Apokalypse» gewidmet, die der Galerieverein in diesem Jahr erworben hatte. Beckmann hatte sie Anfang der 40er Jahre in seinem Exil in den Niederlanden gefertigt. «Wir feiern jetzt unsere Sammlung», kündigte Rainbird an. Und zur Feier der Erweiterung gelang ihm - zumindest zeitweise - das, was er sich mal für alle Zeit gewünscht hat: Der Besuch der Sammlung ist ab sofort und bis 1. Juni kostenlos. Eine ganze Reihe Sponsoren ermöglichten ihm dies. Bis 1995 war es guter Brauch in Baden- Württemberg, dass der Blick in die Sammlungen der Landesmuseen kostenlos war. Doch diese Zeiten sind vorbei. Vom 2. Juni an müssen dann fünf Euro Eintritt gezahlt werden, 50 Cent mehr als bisher - aber es gebe ja jetzt auch mehr zu sehen, hieß es. Die neuen Räume im Erdgeschoss der Alten Staatsgalerie sollen danach mit Sonderausstellungen bespielt werden, kündigte Rainbird an. Die Sammlung wird im sogenannten Sterlingbau nebenan gezeigt. Für die Alte Staatsgalerie plant das Land für 2010 schon mal eine Große Landesausstellung zum deutschen Renaissancemaler Hans Holbein d.Ä. (1465-1524). Zu Beckmanns «Apokalypse» und zur Sammlung der Staatsgalerie mit «Meisterwerken vom 14. bis zum 21. Jahrhundert» sind neue Kataloge erschienen. Die Staatsgalerie ist dienstags bis sonntags von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet, donnerstags auch bis 21.00 Uhr. (Internet: www.staatsgalerie.de) |
























































