| Neuer Intendant Fleck soll Bundeskunsthalle aus dem Tief führen |
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| Dienstag, 23. Dezember 2008 um 09:42 Uhr | ||
Bundeskunsthalle, FleckDie Halle in der früheren Hauptstadt ist für Robert Fleck eines der zehn besten Ausstellungshäuser der Welt. Künftig soll es noch mehr Kunst geben, aber auch die zweite Ausstellungslinie des Hauses, die der kulturhistorischen Schauen, will der Historiker fortführen, wie er bei seinem ersten Auftritt in Bonn vor Weihnachten erläuterte. Seine eigenen Akzente wird Fleck in der Bundeskunsthalle ab 2010 setzen können. Denn das Ausstellungsprogramm für 2009 steht bereits fest und ist nach Auskunft von Geschäftsführer Bernhard Spies finanziert. Der 51 Jahre alte Österreicher Fleck, der offiziell noch bis Ende des Jahres Direktor der Hamburger Deichtorhallen ist, bringt frischen Wind in die Bonner Museumsmeile. Der ist auch dringend nötig. Die Besucherzahlen des in dieser Hinsicht rekordverwöhnten Hauses sind in den vergangenen Monaten rapide nach unten gegangen. Waren die mit den Spitzenausstellungen wie etwa Tutanchamun oder Guggenheim verbundenen Übernachtungszahlen in Bonn vor ein paar Jahren noch fünfstellig, bewegen sie sich heute nach Auskunft der Fremdenverkehrsbranche im Bereich zwischen 100 bis 300. Der Einbruch war Folge eines Berichts des Bundesrechnungshofes, der der Leitung des Hauses wirtschaftliche Fehler und Versäumnisse im Umgang mit Bundesmitteln insbesondere mit Blick auf die Open-Air- Konzerte auf dem Museumsvorplatz vorhielt. Ende 2007 musste auch Intendant Wenzel Jacob gehen. Der klagte mit Erfolg dagegen, und der Bund wurde verpflichtet, Jacob in einer seiner früheren Tätigkeit als Intendant und Direktor vergleichbaren Stellung weiter zu beschäftigen. Die Verhandlungen darüber sind noch nicht abgeschlossen. Im Sommer Konzerte, im Winter eine Eisbahn - Interimsintendant Christoph Vitali, im Sommer 2007 eilig berufen, lehnte diese Veranstaltungen ab. Und schon gab es Krach in Bonn. Denn die Bonner lieben beides und wollen es nicht mehr missen. Immerhin, mit dem Chef der Solarworld AG, Frank Asbeck, wurde neben anderen ein potenter Sponsor gefunden, der es den jetzt unabhängigen Veranstaltern ermöglicht, die Popkonzerte auf dem Museumsplatz fortzuführen. Ob das Unterhaltungsprogramm auch unter Fleck Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Er sei als Kind Schlittschuh gelaufen und habe als Jugendlicher Kritiken über Popkonzerte geschrieben, sagte er diplomatisch. Für die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland gibt es seit ihrer Gründung 1992 zwei klar definierte Programmlinien: Kunstausstellungen und kulturhistorische Ausstellungen. Beides wurde immer auf höchstem Niveau geboten, und das will Fleck fortsetzen. Zum Thema kulturhistorische Ausstellungen verwies er auf die aktuelle Entwicklung. Es sei eine neue Welt, die im 21. Jahrhundert entstehe. Es gibt ganz neue Mächte, ganz neue Kulturen, die auf einmal eine zentrale Rolle spielen. Diese neue Welt oder deren kulturelle Wurzeln den Besuchern nahe zu bringen, sieht er als eine mögliche Programmlinie. Doch ob Kulturhistorisches oder Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, eins macht Fleck klar: Er ist entschlossen, an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Deutschland sei neben den USA die einzige künstlerische Großmacht, die eine kontinuierliche Entwicklung aufweisen könne. Und die Bundeskunsthalle sei «Schaufenster der kulturellen Identität der Bundesrepublik». Aber schon im kommenden Jahr 2009 wird die in den vergangenen Monaten von vielen Besuchern beklagte «Monotonie der Antike» ein Ende haben. Am 17. April soll eine umfangreiche Retrospektive mit Werken von Amadeo Modigliani (1884-1920) eröffnet werden. Übrigens eine vom scheidenden Interimsintendanten Christoph Vitali konzipierte und organisierte Ausstellung. Einen weiteren Leckerbissen präsentiert die Bundeskunsthalle schon eine Woche später mit dem Gipfeltreffen der Moderne. 240 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen aus dem Kunstmuseum Winterthur zeigen die Entwicklung vom Impressionismus bis zur Gegenwartskunst. Dabei sind Meisterwerke von Beckmann und Calder bis Rodin und van Gogh. |
























































