| Ausstellungen 2009: Bauhaus-Jubiläum, Renaissance und Kunstbiennale |
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| Samstag, 27. Dezember 2008 um 11:22 Uhr | ||
Museum, Kunst, SchauDas Bauhaus als «Labor» der Moderne wurde vor 90 Jahren in Weimar gegründet und Italien erinnert an das Erscheinen des Futuristischen Manifestes im Jahre 1909 als Quell einer neuen, dynamischen und technikbegeisterten Kunst. Unter dem Motto «Futurismo 100» werden vom norditalienischen Rovereto bis Venedig Präsentationen zu sehen sein, die die Kunst Italiens zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Vergleich zur internationalen Avantgarde von Russlands Konstruktivisten bis zu den deutschen Expressionisten setzen. Ab 7. Juni lockt die Biennale von Venedig wieder den globalen Kunst-Tross in die Giardini, wo im deutschen Pavillon der Brite Liam Gillick zu sehen sein wird (bis 22. November). Selbstverständlich liegt der Bauhaus-Schwerpunkt im Frühjahr bei hochkarätigen Ausstellungen in Weimar und anderen Orten Thüringens sowie im Berliner Gropius-Bau (Juli bis Oktober). Aber auch New York erinnert mit der Übernahme der Schau ins Museum of Modern Art (MoMA) mit der ersten größeren Ausstellung seit 1938 an die legendäre Kunst- Schule, die über die Emigration vieler ihrer Pioniere nachhaltig Architektur und Design der USA und damit des Westens mitgeprägt hat. An der Spree wie am Hudson werden Industrie-Entwürfe, Möbel und Gemälde von Breuer bis Klee, von Kandinsky bis Albers gezeigt. Doch zuvor wirft das MoMA mit einer Schau zu Martin Kippenberger ab 1. März noch einen weiteren Blick auf Kunst «made in Germany». Auch die Frankfurter Schirn widmet ab 8. Oktober mit Moholy-Nagy einem wichtigen Bauhaus-Meister eine Schau, dessen Kollege Feininger im Museum Moritzburg in Halle zu sehen sein wird (ab 16. Mai). Seinen eigenen Erbauer feiert das Guggenheim Museum in New York ab 15. Mai mit einer Ausstellung über den amerikanischen Architektur-Pionier Frank Lloyd Wright. Den «Urvater» aller modernen Architektur, den Renaissancebaumeister Andrea Palladio, rückt Londons Royal Academy ab 31. Januar ins Rampenlicht; sein «Erbe» Le Corbusier wird ab Mitte Februar ebenfalls an der Themse gewürdigt. Beim anhaltenden Boom kunsthistorischer Großausstellungen scheint 2009 ein Renaissance- Schwerpunkt bemerkbar: Paris zeigt im Musée Luxembourg rund 60 Werke von Vater und Sohn Lippi (ab 25. März) und das Frankfurter Städel widmet sich im Herbst dem Maler und Zeichner Botticelli, dem dort ab 5. März eine Präsentation von Zeichnungen Michelangelos und seiner Schüler vorangegangen ist. Auch kulturhistorische Präsentationen in der Balance zwischen Kunst und Wissenschaft werden häufiger: Die Schirn-Kunsthalle in Frankfurt «illustriert» mit Gemälden von Böcklin bis Ernst zum 200. Geburtstag Darwins die Auswirkungen seiner Lehren in der Kunst, das Kölner Wallraf-Richartz-Museum schaut in den Mond als Objekt der Forscher- und Künstlerneugierde und die Bundeskunsthalle Bonn lädt im Sommer zur Expedition mit dem Südsee-Forscher James Cook ein. In Westfalen und Niedersachsen erinnert eine Reihe archäologischer Dokumentationen an die Europas Geschichte prägende Varus-Schlacht vor genau 2000 Jahren. Liebhaber «gesicherter» Kunstwerte sollten ab Mitte Februar zu einer Gemäldeschau des Barock-Porträtisten van Dyck nach London, zu Renoir oder einer großen Utrillo-Retrospektive nach Paris reisen oder sich in Baden-Baden «Die Künstler der Kaiser» von Dürer bis Tizian ansehen. An den Romantiker Carus, Arzt und Maler, erinnert Dresden. Leipzig widmet sich dem 2004 gestorbenen ostdeutschen Maler Tübke und auch der eigenen Stadt als Kunstzentrum von 1949 bis 2009. Einen Blick zurück wirft auch die Bielefelder Kunsthalle mit einer Dokumentation der frechen Kunstszene rund um «1968». Eher brav bleibt Hamburg, wo mit Gemälden und Skulpturen von Degas ab 6. Februar der Tanz in der Kunsthalle das Thema ist. Die Moderne kommt mit Isa Genzkens magischen Installationen ab 15. August im Kölner Museum Ludwig ebenso zu ihrem Recht wie mit einer großen Retrospektive zum 100. Geburtstag Francis Bacons, die im Prado von Madrid und dem New Yorker Metropolitan Museum gezeigt wird. Gerhard Richters Menschen-Bilder aus 40 Jahren sind ab 26. Februar in Londons Portrait Gallery ausgestellt. Ganz den Porträts der US-Pop- Ikone Warhol von Liz Taylor bis Mao hat sich eine Schau verschrieben, die vom 18. März an im Pariser Grand Palais zu besichtigen sein wird. Während in München die Kunstfreunde noch auf das genaue Eröffnungsdatum des Museum Brandhorst als Domizil einer markanten Privatsammlung mit Spitzenwerken des 20. Jahrhunderts warten, steht der 15. Oktober in Berlin schon fest. Dann soll auf der Museumsinsel das Neue Museum nach der Sanierung wiedereröffnet werden und Ägyptens schöner Pharaonin Nofretete ein neues nobles Heim bieten. |
























































