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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Abstrakte Malerei: Neues Museum in Hagen zeigt Werke Emil Schumachers PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 30. Dezember 2008 um 09:46 Uhr

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Ausstellung, Malerei, Schumacher, Museum, Werke

Schon von Ferne soll bei Nacht eine farbige Lichtinszenierung den mit einer Glashülle ummantelten, rechteckigen Sichtbetonbau hervorheben. «Wir wollen symbolisch arbeiten«, erklärt der wissenschaftliche Leiter des Museums, Alexander Klar. Gibt es eine neue Ausstellung, ändern sich auch die Farben am «ESMH».

Am 28. August 2009 soll der seit 1997 geplante, 26 Millionen Euro teure dreigeschossige Neubau direkt neben dem altehrwürdigen Karl Ernst Osthaus Museum (KEOM) eröffnet werden. Einen Tag später ist der 97. Geburtstag des 1999 gestorbenen Hagener Künstlers. Schumacher gilt in Nachkriegsdeutschland als einer der bedeutendsten Vertreter gegenstandsloser Malerei, des abstrakten Expressionismus.
Entsprechend hoch ist der Anspruch: Das Schumacher-Museum will das führende monographische Kunstmuseum Nordrhein-Westfalens sein.

Die Innenarbeiten in dem vom Mannheimer Architekturbüro Lindemann entworfenen Bau sind derzeit in vollem Gange. In einem die beiden Museen verbindenden Eingangsbereich verlegen Handwerker eine Fußbodenheizung. Das Gebäude soll mit Erdwärme beheizt werden und hat eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. In einem Nebenraum eines Vortragssaales schneiden Monteure Gipsplatten. Komplizierte Bauzeichnungen liegen auf Materialstapeln.

Gerüste versperren den Weg auf eine von außen sichtbare Treppenanlage. Sie soll die Besucher vom im Erdgeschoss nachgebauten Hagener Atelier Schumachers in die beiden Obergeschosse führen. Im Atelier werden die Staffelei Schumachers stehen, seine Werkzeugbank, Farbtöpfe und -eimer. Filme sollen zeigen, wie der Mann gearbeitet hat, dessen Werke in den wichtigsten Kunstmuseen der Welt hängen.

«Wir wollen ein lebendiges Museum sein und kein Mausoleum», sagt Klar. Einem breiten Publikum sollen die Ziele, Methoden und die Ästhetik Schumachers vorgestellt werden. Auch ein «Zentrum der Erforschung expressiver Malerei» soll das ESMH mit seiner Ausstellungsfläche von rund 1100 Quadratmetern werden.

Grundlage der Museumssammlung ist eine Stiftung des Sohnes Ulrich Schumacher (67), des früheren Gründungsdirektors des Bottroper Museums Quadrat. Die Stiftung umfasst 88 Ölgemälde, 200 Gouachen, ein Exemplar sämtlicher grafischer Arbeiten, 50 Bilder auf Porzellan, 25 Keramiken und 10 Malereien auf Schiefer. Hinzu kommen 100 weitere Werke Schumachers aus dem Besitz der Stadt Hagen.

«Die 1. Etage ist den Arbeiten auf Papier gewidmet», sagt Ulrich Schumacher, der zusammen mit Klar das Museum leitet. Auch die Keramiken und Arbeiten auf Porzellan sollen ihren Platz dort finden.
In einem spektakulären Oberlichtsaal im zweiten Stock sollen dann unter Milchglas auf 540 Quadratmetern die großen Arbeiten Schumachers auf Holz und Leinwand zur Geltung kommen. «Drei bis vier Ausstellungen im Jahr soll es geben.» Geplant sind monographische, aber auch thematische Präsentationen, in denen Schumacher seinen Zeitgenossen oder heutiger Malerei gegenübergestellt wird. Zur Eröffnung soll es allerdings Schumacher «pur» geben.

Doch nicht nur der 1988 zum Ehrenbürger ernannte Künstler soll Kunstinteressierte nach Hagen locken. Auch das seit 2006 renovierungsbedingt geschlossene Karl Ernst Osthaus Museum nebenan, das sich auf 1200 Quadratmetern der klassischen Moderne widmet, will sich vom 28. August an neu präsentieren. 50 Hauptwerke aus der Sammlung haben während der Bauphase unter dem Titel «Von Renoir bis Feininger» eine vielbeachtete Deutschland-Tournee absolviert. Zur Eröffnung ist eine große Ausstellung mit Werken von Christian Rohlfs (1849-1938) geplant, der seit 1901 in Hagen lebte und arbeitete. Das KEOM besitzt knapp 500 Werke von Rohlfs, darunter über 200 Zeichnungen, die es erst kürzlich durch eine Schenkung erhielt.

Neben der Dauerausstellung und einem Christian Rohlfs-Kabinett plant KEOM-Direktor Tayfun Belgin (52) für das Souterrain ein Kinder- und Jugendmuseum. «Es soll ein Ort der Kreativität sein», sagt er. Die Zielgruppe «zwischen 7 und 71 plus» soll auch «mitproduzieren». So ist für das Kulturhauptstadtjahr 2010 eine Ausstellung «Druck machen» geplant, bei der es um verschiedene Drucktechniken geht.

Für RUHR.2010 plant Belgin außerdem eine Ausstellung mit dem Titel «Istanbul», die Werke aus der türkischen Sammlung «Huma Kabakci» zeigt. Überdies ist für den Herbst eine gemeinsame Ausstellung mit dem ESMH vorgesehen. Auch das Schumacher-Museum plant - obwohl noch nicht eröffnet - längst für die Kulturhauptstadt. Unter anderem soll es eine Überblicksausstellung über den internationalen abstrakten Expressionismus im zeitlichen Umfeld Schumachers geben.

(Internet: www.emil-schumacher-stiftung.de; www.keom.de)



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