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Nachrichten aus Kunst und Kultur im Februarr 2008
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Freitag, 29. Februar 2008 um 18:56 Uhr |
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Die Schau war am vergangenen Dienstag nach Gewaltandrohungen aufgebrachter Muslime geschlossen worden. «Die Akademie der Künste geht davon aus, dass der Rechtsstaat in der Lage ist, den Veranstaltungsort zu schützen und eine Wiedereröffnung der vollständigen Ausstellung in der allernächster Zeit wieder möglich sein wird», betonte deren Präsident Klaus Staeck am Freitag in einer Presseerklärung.
Der für seine provokanten Plakate bekanntgewordene Grafiker mahnte eine «konsequente Verteidigung der Meinungs- und Kunstfreiheit» an. Es gehe dabei um höchste Rechtsgüter in der Demokratie, die durch die deutsche Verfassung geschützt würden. Es wäre unerträglich, wenn es Leuten, die eine andere Rechtsauffassung haben, gelänge, ihre Meinung mit Gewalt durchzusetzen. «Meine Solidarität gilt allen Künstlern und in den Medien Tätigen, deren Arbeit durch gewalttätige Andersdenkende bedroht wird», sagte der Akademie-Präsident. «Wer mit Selbstjustiz droht, stellt sich außerhalb unserer Rechtsordnung und damit unserer Gesellschaft.»
Der Berliner CDU-Generalsekretär Frank Henkel betonte am Freitag: «Wir lassen uns von keiner Gruppierung mit Gewalt einen anderen staatlichen und gesellschaftlichen Umgang mit der Kunst aufzwingen...Wir dürfen vor solchen Erpressungsversuchen und Attacken auf zentrale Werte unserer Demokratie nicht in die Knie gehen.»
Innensenator Ehrhart Körting (SPD) müsse dieses Mal einen kühlen Kopf bewahren, «nachdem er im Zusammenhang mit der "Idomeneo"- Aufführung in der Deutschen Opfer überreagiert hat und ihm schwerwiegende Fehler unterlaufen sind». Die «Idomeneo»-Absetzung an der Deutschen Oper hatte im Jahr 2006 hohe politische Wellen geschlagen. Weil in der Inszenierung von Hans Neuenfels der abgeschlagene Kopf des Religionsgründers Mohammed zu sehen war, hatte Intendantin Kirsten Harms einer Warnung der Sicherheitsbehörden vor angeblich drohenden islamistischen Anschlägen nachgegeben und die Oper aus dem Programm genommen. Nach heftigen Protesten kam sie später unter Polizeischutz aber wieder auf die Bühne.
Die Ausstellung der dänischen Künstlergruppe Surrend in Berlin präsentiert satirisch-politische Karikaturen und Plakate. Nach Angaben des Kunstvereins Tiergarten hatten Muslime verlangt, eines der 21 ausgestellten Poster mit dem Bildmotiv der würfelförmigen Kaaba in Mekka, dem zentralen Heiligtum des Islam, zu entfernen. Auf dem Poster ist es überschrieben mit der Zeile «Dummer Stein». Wie das Bezirksamt Mitte und der Kunstverein Tiergarten am Freitag mitteilten, soll am kommenden Montag eine Sicherheitsberatung über das weitere Vorgehen in dem Fall stattfinden. Daran würden Vertreter der Galerie, des Bezirksamtes und der Sicherheitsbehörden teilnehmen.
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Freitag, 29. Februar 2008 um 18:55 Uhr |
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Die Summe sei im Vergleich zum Vorjahr unverändert, trotz der weiterhin angespannten Haushaltslage, wie ein Sprecher von Bildungsminister Henry Tesch (CDU) am Freitag in Schwerin sagte. Über die Hälfte der Summe - 35,8 Millionen Euro - bekommen die Theater. Rund 10 Millionen Euro stehen für Kulturprojekte bereit. Rund 390 Projekte sollen im Lauf des Jahres einen Fördermittelbescheid aus Schwerin erhalten. Der Rest des Geldes geht an die Musikschulen des Landes.
Unter den Projekten, die gefördert werden, sind eine Konzertreihe internationaler Knabenchöre in bedeutenden Backsteingotik-Kirchen und der Neubau der Synagoge in Schwerin. Die «Klosterroute» soll mit verschiedenen Projekten fortgeführt werden. In Schwerin ist ein Projekt zur Neugestaltung des stadtgeschichtlichen Museums geplant, in Ribnitz-Damgarten soll die Ausstellung zur Kloster- und Stiftsgeschichte gefördert werden. Mit Kulturfördermitteln des Landes werde zudem der Ankauf von aktuellen Medien in den öffentlichen Bibliotheken ermöglicht, hieß es.
Landesmittel werden den Angaben zufolge auch zur Förderung von Kunstprojekten im Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop, im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow und für die Landesweite Kunstschau des Künstlerbundes zur Verfügung gestellt.
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Freitag, 29. Februar 2008 um 18:55 Uhr |
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Gezeigt werden 180 Grafiken aus der Privatsammlung Gerd Gruber aus Wittenberg, wie eine Sprecherin der Stadt am Freitag mitteilte. Bis zum 29. Juni sind Werke unter anderem von Barlach, Lehmbruck, Feininger, Grosz und Kandinsky zu sehen. Die Sammlung Gruber umfasst über 9000 Werke, darunter Zeichnungen, Druckgrafiken, Aquarelle und Fotografien der Klassischen Moderne. Die Sammlung des 59-Jährigen wurde 2006 als einzige Privatsammlung Sachsen-Anhalts in das Gesamtverzeichnis national wertvollen Kulturgutes aufgenommen.
(Internet: www.wittenberg.de)
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Freitag, 29. Februar 2008 um 18:54 Uhr |
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Das Münchner Haus der Kunst zeigt von diesem Sonntag bis zum 12. Mai unter dem Titel «Wenn der Frühling kommt» rund 90 Werke aus 30 Schaffensjahren des Erfolgsmalers. Tuymans' Werke befassen sich mit den Strukturen der Macht, Manipulation und Katastrophen der Geschichte vom Holocaust bis zum Terrorangriff auf das World Trade Center am 11. September 2001. Tuymans sagte am Freitag in München, eine Ausstellung in dem von Adolf Hitler in Auftrag gegebenen Haus der Kunst sei sein Wunsch gewesen. Tuymans selbst arrangierte seine Bilder in dem früheren Nazi-Bau.
Die Farben der Gemälde Tuymans' sind blass und kalt, das eigentliche Ereignis wird oft nicht dargestellt und die Titel der Werke sind oft nichtssagend. Doch dahinter steckt eine provozierende Kritik. Basis für Tuymans' die Bilder sind zumeist Fotografien oder Zeitungsausschnitte. So etwa in seiner Werkgruppe «Les Revenants» (2007), die sich mit der Inszenierung kirchlicher Macht und dem mächtigen Jesuitenorden beschäftigt. Das wie eine verblasste Fotografie wirkende Bild «The Deal» zeigt eine Begegnung von Papst Benedikt XVI. mit dem damaligen Generaloberen des Jesuitenordens, Pater Peter Hans Kolvenbach. Kolvenbach hatte zu dem Zeitpunkt bereits seinen Rücktritt angekündigt. Das Bild zeigt eine medial inszenierte Versöhnungsgeste des «weißen» und des «schwarzen» Papstes, zwischen denen in der Realität eine tiefe Kluft liegt.
Friedlich erscheint ein riesiges blass-blaues Stillleben mit Wasserkaraffe, Obst und einem Kaninchen. Das überdimensionierte Bild, das auf der Kasseler Documenta 2002 ausgestellt wurde, ist Tuymans' Antwort auf die damals in den Medien vermittelte Bilderflut der Terroranschläge vom 11. September. Das Bild wirke unpolitisch und fast idyllisch, sagte Tuymans. Doch durch die Vergrößerung der Trivialität und durch die Aufhängung in der historisch belastete große Halle im Haus der Kunst werde es politisch aufgeladen.
Ohne Erklärungen des Künstlers wären die Bilder kaum zu entschlüsseln. Ein Ausstellungsbegleitheft enthält daher neben den Bildbeschreibungen Interpretation der Werke. So malte Tuymans beispielsweise in grauen Farben ein Badezimmer. Es handelt sich aber nach seinen Worten um einen Tisch in Auschwitz, auf dem Leichen von Häftlingen seziert wurden.
Horror verbergen auch zwei kleine Bilder mit Händen und blauen, grünen und braunen Farbkreisen - In dem Diptychon «Die Wiedergutmachung» verweist der Tuymans auf einen gleichnamigen Dokumentarfilm der Münchnerin Katrin Seybold von 1987, in dem es um überlebende Opfer von Experimenten in Konzentrationslagern geht. Im Schreibtisch eines Arztes waren nach dessen Tod Aufnahmen von Augäpfeln und Händen gefunden worden. Eigens für die Ausstellung in München entstanden ist die Wandmalerei «Wonderland», die sich mit der Eröffnung des kalifornischen Disneylands 1955 beschäftigt. Der Vergnügungspark war dem Besucherandrang nicht gewachsen.
Tuymans wurde 1958 in Belgien geboren und lebt in Antwerpen. Der 59-Jährige hat Malerei studiert, experimentierte mit dem Film und beschäftigt sich auch theoretisch mit Kunst. Seine Werke hängen in den wichtigsten Museen von New York bis Paris. Doch der Künstler, der als einer der renommiertesten Maler seiner Generation gilt, hat noch ein weiteres Talent: Bei der Vernissage tritt der Rockmusiker Tuymans am Samstag abend mit seiner Band auf.
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Freitag, 29. Februar 2008 um 18:54 Uhr |
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Die Retrospektive mit etwa 70 Werken aus dem Gemeentemuseum Den Haag läuft noch bis zum 30. März. Wegen des großen Erfolgs verlängert das Museum vom 15. März an die Öffnungszeiten. Wie es am Freitag mitteilte, schließt es dann jeden Abend außer montags erst um 20 Uhr. Die Kölner Ausstellung illustriert, wie der niederländische Künstler zu seinen berühmten Rechtecken kam, die immer wieder von Mode- und Produktdesignern aufgegriffen werden.
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