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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Der malende Apotheker: Vor 200 Jahren wurde Carl Spitzweg geboren Von Cordula Dieckmann PDF Drucken E-Mail
Montag, 04. Februar 2008 um 16:39 Uhr

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Messerscharf und ironisch porträtierte der Münchner Maler seine Zeitgenossen in ihrer kleinbürgerlichen Biedermeier-Idylle, ohne sich über ihre Eigenarten und Schwächen lustig zu machen. Sein bekanntestes Werk ist «Der arme Poet», doch auch Landschaftsbilder, Zeichnungen und sogar Gedichte hat Spitzweg (1808-1885) geschaffen. An diesem Dienstag (5. Februar) wäre der Künstler 200 Jahre alt geworden.

Aus diesem Anlass gibt das Bundesfinanzministerium eine 10-Euro- Gedenkmünze und eine Briefmarke zu 55 Cent heraus. Das Georg-Schäfer- Museum im unterfränkischen Schweinfurt, das die größte Sammlung an Spitzweg-Bildern besitzt, widmet ihm außerdem eine Ausstellung. Vom 29. Juni bis 2. November sollen dort seine Bilder den Werken Wilhelm Buschs gegenübergestellt werden. «Beide haben diesen karikaturhaften, satirischen Blick auf ihre Zeitgenossen», sagte die Kuratorin der grafischen Sammlung, Claudia Valter.

Spitzweg wurde in Unterpfaffenhofen nahe der Residenzstadt München als mittlerer Sohn einer Traditions-Familie geboren. Sein Vater, ein bürgerlicher Handelsmann, strebte auch für Carl einen ehrbaren Beruf an. Apotheker sollte er werden und zunächst sah es so aus, als würde Spitzweg diesem Wunsch folgen. Er wurde Lehrling in der bayerisch- königlichen Hofapotheke, arbeitete als Gehilfe in der Straubinger Löwenapotheke und studierte Pharmazie in München.

Doch trotz eines ausgezeichneten Abschlusses wollte Spitzweg nicht länger Pillen drehen und Arzneien mischen. Der kunstinteressierte Jüngling ging lieber auf Reisen und hielt seine Eindrücke in Skizzen und Zeichnungen fest. Bald folgten erste Ölbilder. Der akademische Kunstbetrieb behagte ihm nicht. Doch in der Münchner Künstlerszene fand er Freunde wie den Maler Moritz von Schwind. Mit seiner spitzen Feder lieferte er wie Busch auch Illustrationen für die humoristische Wochenschrift «Fliegende Blätter».

Noch heute ist Spitzweg beliebt - bis in den Millionenbereich hinein werden seine Werke auf Auktionen gehandelt, sie schmücken Kalender und Reproduktionen. Tatsächlich lohnen seine meist kleinformatigen detailgetreuen Bilder einen genauen Blick, um die vielschichtige Ironie zu entdecken, mit denen er menschliche Abgründe und Begehrlichkeiten entblößte: Der «Eremit, Hühnchen bratend» mit gleich zwei Vögeln auf dem Spieß, oder ein frommer Mann in «Sennerin und Mönch», der heimlich-verschämt einen begierigen Blick auf eine nackte Mädchenwade wagt.

Dabei zeigt Spitzweg eine Welt, die im Verschwinden begriffen ist - stand sie doch bereits damals in krassem Gegensatz zur modernen Welt, in der die Industrialisierung auch in die idyllischsten Ecken vordringt. Neben diesen historisierenden Genrebildern stehen seine Landschaftsgemälde. Die französische «Schule von Barbizon» mit ihren Freiluftmalern und ihren ersten Anklängen an den Impressionismus faszinierte ihn. Quer durch Europa reiste Spitzweg, malte Einsiedler und Felsenschluchten in der Schweiz, Venedig, den französischen Wald oder Küstenlandschaften und Windmühlen in den Niederlanden.

Trotz seiner Reisen blieb München der Mittelpunkt von Spitzwegs Schaffen. Zuletzt lebte er in einer bescheidenen Atelierwohnung am Heumarkt. Hoch über den Dächern und Giebeln in einem der ältesten Winkel der Residenzstadt konnte er den Kirchturm des «Alten Peter» sehen und bei gutem Wetter bis in seine geliebten Berge blicken. Nach seinem Tod am 23. September 1885 wurde Spitzweg am Rande der Altstadt auf dem heute romantisch zugewachsenen Alten Südfriedhof beigesetzt - neben Münchner Berühmtheiten und Honoratioren wie dem Hofarchitekten Leo von Klenze, dem Wissenschaftler Josef von Frauenhofer und dem Braumeister Josef Pschorr.


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