| Idylle für Poeten - Künstlerhaus Edenkoben lockt Schriftsteller an Von Marc Strehler |
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| Dienstag, 05. Februar 2008 um 07:02 Uhr | ||
Die Einrichtung, eine frühere Mühle, die idyllisch zwischen Weinbergen auf einer Anhöhe liegt, ist eine beliebte Anlaufstelle für Schriftsteller aus ganz Europa. Und sie bietet diesen ein anregendes Umfeld, wie Geschäftsführer Ingo Wilhelm sagt. «In den letzten 20 Jahren hatten wir vielleicht vier Leute, denen die Zeit hier nichts gebracht hat.»
Ein Beirat aus Künstlern schlägt die Kandidaten für ein Stipendium in Edenkoben vor. Der Aufenthalt dauert in der Regel fünf Monate, neben freier Logis in einem der großzügigen Zimmer bekommen die Stipendiaten auch etwas Geld. Verpflichtet seien sie aber zu nichts, betont Wilhelm. «Niemand wird gezwungen, zum Beispiel eine Lesung abzuhalten», sagt Wilhelm. Fast alle machten das aber sehr gerne. Zu den früheren Edenkobener Stipendiaten zählen so bekannte Autoren wie Wolfgang Hilbig, Arnold Stadler, Kathrin Röggla und Gert Loschütz. Weil die Stipendiaten sich sehr kooperativ zeigen, kann das Künstlerhaus immer wieder Lesungen und andere Veranstaltungen mit namhaften Autoren anbieten. Die Resonanz darauf sei mal besser, mal schlechter, sagt Wilhelm. Das Künstlerhaus hat sich die Lyrik als Schwerpunkt ausgesucht. «Damit Leute anzulocken, ist nicht ganz so einfach», sagt Wilhelm - noch dazu in einer ländlich geprägten Region. Es kämen inzwischen aber auch zunehmend Besucher aus Städten wie Heidelberg und Karlsruhe nach Edenkoben, erzählt Wilhelm. Die Verantwortlichen des Künstlerhauses lassen sich bei ihren Veranstaltungen ja auch Einiges einfallen. Etwa sonntägliche Matineen mit anschließendem Imbiss im Garten des Anwesens - herrliche Aussicht bis in den Nordschwarzwald inklusive. Zu den renommiertesten Projekten der Edenkobener Einrichtung zählt das alljährliche Projekt «Poesie der Nachbarn - Dichter übersetzen Dichter». Ein Dutzend Lyriker wird sich auch in diesem Juni wieder für eine Woche im Künstlerhaus versammeln - dieses Mal die Hälfte von ihnen aus Schweden, die andere Hälfte aus dem deutschsprachigen Raum. Die deutschen Dichter werden dann die Werke ihrer Kollegen aus dem Ausland übersetzen. Daraus wird dann ein Buch gemacht und es gibt eine Lesereise. Das Edenkobener Künstlerhaus trägt sich vor allem aus Erlösen der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz, und Geschäftsführer Wilhelm findet es auch ganz gut, dass er so nicht Jahr für Jahr auf den Haushalt des Landes schielen muss, sondern einigermaßen Planungssicherheit hat. In seiner Funktion ähnelt das Edenkobener Künstlerhaus dem Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems - mit dem Unterschied, dass das Schloss bildende Künstler fördert, Edenkoben dagegen vor allem Lyriker. Aber nicht nur Gedichteschreiber kommen nach Edenkoben. Der Übersetzer und Autor Stefan Moster zum Beispiel hat schon öfter die Gastfreundschaft der Pfälzer in Anspruch genommen. Zuletzt war er im Januar einige Tage in Edenkoben, um an einem eigenen Roman zu schreiben. Eigentlich lebt Moster in Finnland. Weil zu Hause aber drei Kinder ihren Tribut fordern, preist Moster die Edenkobener Ruhe in den höchsten Tönen: «Lieber zwei Wochen Edenkoben als 3000 Euro», sagt er. (Internet: www.kuenstlerhaus-edenkoben.de) |
























































