| Experte fordert deutsch-jüdische Konferenz zu Restitutionen |
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| Dienstag, 05. Februar 2008 um 16:23 Uhr | ||
Das forderte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Martin Roth, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er plädierte für eine Bilanzkonferenz zum Thema Restitutionen und Provenienzforschung in Deutschland. «Dabei muss auch die Rückgabepraxis der vergangenen zehn Jahre beleuchtet werden», mahnte er.
Mit Blick auf die Nazizeit, in der viele jüdische Eigentümer zwangsenteignet wurden oder ihre Kunstwerke weit unter Wert veräußern mussten, sagte Roth: Keine Museumsleitung im Osten und zum größten Teil auch im Westen - könne nach den Erfahrungen der Provenienzforschung der letzten Jahre ernsthaft behaupten, über ihre Bestände umfassend und im Detail Bescheid zu wissen. «Wenn der sogenannte Bundeskulturminister, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, seinem Namen gerecht werden möchte, dann sollte er unbedingt ein Zeichen setzen, und eine Bilanzkonferenz gemeinsam mit der Jewish Claims Conference nach Berlin holen.» «Ich setze mich sehr dafür ein, dass die Nachkriegszeit möglichst präzise aufgearbeitet wird, nachdem unser Wissen über die Dimensionen der kriegs- und verfolgungsbedingten Kunstverschleppungen beständig zugenommen hat», sagte Roth. «Nach dem Prinzip der "best practises" müssen auch die Erfahrungen in anderen Ländern registriert und die Übertragbarkeit auf Deutschland geprüft werden.» Dies wäre dringend notwendig und angesichts des bevorstehenden 10. Jahrestages der «Washingtoner Konferenz» auch sinnvoll. Die dort veröffentlichte Erklärung über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust bildet die nicht rechtsverbindliche Grundlage zur Herausgabe von Kunstobjekten aus deutschen Museen. Es gelte auch für die SKD, zu überprüfen, ob sich noch mehr Kunstwerke aus fremdem Eigentum in ihren Beständen befinden, obwohl bereits mehr als 20 000 Objekte zurückgegeben wurden. Zudem gelte es Pauschalvorwürfe zu überprüfen und zu entkräften, dass sich «Beutekunst» aus Russland, der Ukraine und Polen noch in deutschen Museen befinde. Am kommenden Wochenende findet an der Harvard Low School in Cambridge (USA) eine Konferenz zur russischen «Beutekunst»- Gesetzgebung statt. «Ein geeigneter Zeitpunkt für den Bundeskulturminister, um international Präsenz zu zeigen», meinte Roth. Gespräch: Simona Block, dpa |
























































