| Wuppertals Museums-Chefin tot - «engagierte Fachfrau» |
|
|
|
| Donnerstag, 07. Februar 2008 um 16:11 Uhr | ||
Die 66-Jährige war am Mittwoch nach langer, schwerer Krankheit gestorben, wie die Stadt mitteilte. Sabine Fehlemann, die das Haus 21 Jahre lang geleitet hatte, habe sich «mit Leidenschaft für ihr Museum eingesetzt», sagte NRW- Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff am Donnerstag in Düsseldorf. «Dabei ist sie stets offen und energisch für ihre Meinung eingetreten.» Mit ihrem Engagement und Sachverstand habe sie Nordrhein-Westfalens Kulturlandschaft bereichert.
Mit dem Ausscheiden der Museumschefin im März 2006 sei eine Ära zu Ende gegangen, sagte Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung. Die Kunsthistorikerin hatte als eine der ersten Frauen in Deutschland die Leitung eines namhaften Kunstmuseums übernommen. «Sie hat das Von der Heydt-Museum international bekanntgemacht», sagte Jung. Fehlemann sicherte die Finanzierung des Hauses durch private Stiftungen. Ihre erste große Aufgabe in Wuppertal meisterte sie beim Umbau des Museums von 1986 bis 1989. Sie schickte die umfangreiche Sammlung des Museums für die Bauzeit auf Weltreise. Unter ihrer Ägide wurden 232 Wechselausstellungen ausgerichtet, darunter große Retrospektiven von Egon Schiele, Max Liebermann, Ilja Repin und Wassily Kandinsky. Fehlemann konnte wichtige Werke zurückkaufen, die unter den Nationalsozialisten als «entartete Kunst» enteignet worden waren, so Werke von Kokoschka und Hofer. In der schwierigen Diskussion um die Rückgabe von «Raubkunst» früherer jüdischer Besitzer, von der auch das Wuppertaler Museum betroffen war, plädierte sie für akribische Nachforschungen. Fehlemann hatte gute Kontakte zu Museen in Petersburg und Moskau, von denen Ausstellungen und Leihgaben nach Wuppertal geholt wurden. Viel beachtet waren die Schauen zur Klassischen Moderne. Nach ihrem Abgang hatte sie mit der im Nachhinein bekanntgewordenen «großzügigen» Zählung der Museumsbesucher für Schlagzeilen gesorgt. So waren auch Besucher des Museumsshops oder von Ausstellungen mit Leihgaben des Hauses im Ausland mitgezählt worden. Ihr Nachfolger hatte die Besucherzahlen deutlich nach unten korrigieren müssen. |
























































