| Erstmals seit Jahren wieder Rothko-Retrospektive in Deutschland |
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| Donnerstag, 07. Februar 2008 um 16:21 Uhr | ||
Die Münchner Hypo-Kunsthalle stellt von diesem Freitag an bis zum 27. April mehr als 100 Gemälde und Papierarbeiten Rothkos aus, der zu den bedeutendsten amerikanischen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt. Die Schau reicht von frühen Stadtszenen bis zu den berühmten großformatigen Farbfeldbildern. In Deutschland hat es bisher nur zwei Rothko-Ausstellungen gegeben - 1988 in Köln und 1971 in Berlin.
Rothko ist in europäischen Sammlungen nur selten vertreten, wie am Donnerstag bei der Presse-Vorbesichtigung der Schau mitgeteilt wurde. Wenige deutsche staatliche Museen wie in Berlin, Düsseldorf oder Stuttgart besitzen überhaupt Bilder von ihm. Die Bildoberflächen sind extrem empfindlich. Für Werke des Künstlers werden auf Auktionen inzwischen Rekordsummen erzielt. Rothkos Werk «White Center» (1950) wurde im Mai 2007 bei Sotheby's in New York für 72,8 Millionen Dollar versteigert und rückte damit in die Liste der zehn teuersten Gemälde der Welt auf. «Ich bin kein abstrakter Künstler», lautete der Anspruch des russischstämmigen Malers. Für den Betrachter scheint das paradox, denn Rothko ist vor allem wegen seiner großflächigen Kompositionen aus zumeist drei leuchtenden Farben berühmt. Rothko verband seine Bilder aber immer mit inhaltlichen Vorstellungen von den grundlegenden menschlichen Gefühlen - «Tragik, Ekstase, Untergang». Schon in seinen frühen städtischen Szenen etwa der New Yorker U-Bahn experimentierte er mit formalen Reduktionen. Erstmals seit langem ist auch eine größere Auswahl des schwierigen Werks Rothkos aus den frühen 1940-er Jahren zu sehen. In dieser Zeit geriet Rothko in eine Schaffenskrise. Auf die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges reagierte er mit Bildern, die einen Bezug zur antiken Mythologie haben. Nach dem mythologischen Zwischenwerk fand Rothko den Durchbruch zur Abstraktion in seinen bunten Multiformbildern. Ergänzt wird die Ausstellung durch drei Skizzenbücher Rothkos. Rothko wurde 1903 als Markus Rothkowitz und viertes Kind eines jüdischen Apothekers in dem damals zu Russland gehörenden lettischen Dwinsk geboren. Als Zehnjähriger kam er mit seiner Familie in die USA. Sein Studium in Yale brach er ab und zog nach New York, wo er Kunst sowie Schauspielerei studierte und 1930 seine Laufbahn als Maler begann. Rothko hatte eine äußerst komplizierte Künstlerseele. So malte er zwar 1958 einen Gemäldezyklus für ein Restaurant in Mies van der Rohes Seagram Building. Als er aber feststellte, dass seine Bilder dort nur Dekoration sein sollten, behielt er sie für sich. Rothko verübte 1970 in seinem Atelier Selbstmord. Die Münchner Rothko-Retrospektive war zuvor in veränderter Form in Rom zu sehen und wandert vom 16. Mai bis 3. August in die Hamburger Kunsthalle. |
























































