| Hamburg zeigt heiligen Antonius vom Mittelalter bis zum Surrealismus |
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| Donnerstag, 07. Februar 2008 um 16:22 Uhr | ||
«Die Legende vom verführten, bedrängten und gequälten Einsiedler bot Künstlern seit dem späten Mittelalter reichen Stoff für fantastische Bildwelten», sagte Leiterin Ortrud Westheider am Donnerstag in Hamburg. Insgesamt sind erstmals in Deutschland rund 80 Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Radierungen aus sechs Jahrhunderten Kunstgeschichte zu sehen - darunter Gemälde von Lucas Cranach, Paolo Veronese, Jan Bruegel d. J., Lovis Corinth und Otto Dix aus elf europäischen und amerikanischen Museen.
Der asketische Heilige, der bis zu seinem Tod im Jahr 356 in der ägyptischen Wüste lebte, gilt als Vater der Mönche und glaubensstarker Überwinder aller Versuchungen. Die Geschichte dieser historischen Figur hatte Bischof Athanasios aufgeschrieben und somit zu ihrer Verbreitung beigetragen. Danach habe der Teufel Antonius in der Wüste verführen wollen. Aber egal, ob er mit kulinarischen Genüssen, Frauen oder Gold lockte, der Mönch widerstand allen Versuchungen. «Die Wüste ist eine Metapher für die Einsamkeit, die Dämonen stehen für Angst und die Frauen für das Begehren - allgemeine menschliche Anwandlungen, weshalb diese Geschichte auch so viele Künstler angesprochen hat», sagte Kurator Michael Philipp. Ist die Figur des Antonius bei Bosch noch ein ruhig sitzender Mönch, der die Geschehnisse passiv über sich ergehen lässt, wird er in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, etwa bei Paolo Veronese und Tintoretto, zu einem heftig mit den Mächten der Verführung Ringenden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dominiert das erotische Moment. Nachdem die Welt entzaubert und die Natur wissenschaftlich erklärt war, habe nur noch die Frau für die Verunsicherung des Mannes gesorgt. (Internet: www.buceriuskunstforum.de) Tags: f
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