| Figur als Architektur - Große Wotruba-Ausstellung in Duisburg Von Gerd Korinthenberg |
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| Freitag, 08. Februar 2008 um 17:03 Uhr | ||
Mit rund einem Dutzend seiner unverwechselbaren Steinskulpturen und etwa 100 zumeist nie zuvor gezeigten Zeichnungen würdigt das Duisburger Wilhelm Lehmbruck Museum von Samstag an (bis 4. Mai) den Österreicher, der zu den herausragendsten europäischen Bildhauern der Moderne gehört. Die seit 1925 entstandenen zeichnerischen und skulpturalen Werke variieren die Darstellung des menschlichen Körpers von am Jugendstil orientieren Auffassungen bis zur «Übersetzung» der Proportionen in architektonisch-abstrakte Grundformen.
Die direkte Nachbarschaft zu den Menschendarstellungen des von Wotruba verehrten Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) aus der Sammlung des Duisburger Museums macht erstmals den Vergleich der beiden bedeutenden Bildhauer möglich. Frühwerke legen weitere Quellen des Österreichers offen: Das zarte Aquarell eines weiblichen Aktes (1927) verweist deutlich auf Auguste Rodin; Männerkörper mit überlangen Gliedmaßen zeigen Wotrubas Wurzeln im Wiener Jugendstil eines Schiele oder Kokoschka. Und der harmonische «Torso» eines Jünglings von 1928/29 wäre mit seinem organischen Muskelspiel ohne Antike und Renaissance nicht denkbar. Das Motiv des «Sitzenden» stellt sich auf einer Bleistiftzeichnung von 1933 bereits mit abgewinkelten Armen und Beinen kantig dar, löst sich in kräftigem Federstrich 1948 in einen kubischen Körper auf und ist beim «Denker» aus Kalkstein architektonisch aus geometrischen Grundformen gefügt. Noch radikaler reduziert ist die «Große stehende Figur» von 1966, die als Stele aus steinernen Quaderformen Stehen und Schreiten zu gleicher Zeit in sich bannt. Horizontale Schichtungen und Stapelungen verfremden die steinerne «Große liegende Figur» (1960) so stark, dass erst beim zweiten Blick die Grundelemente Kopf, Körper, Beine zu erkennen sind. Der Stein, den Wotruba nach einer Aufzeichnung seines Schriftstellerfreundes Elias Canetti «wie ein Panther ansprang», zwinge ihn «zur Konzentration und zum Eigentlichen», bekannte der Künstler einmal. So wirkt ein 26-teiliger Zeichnungszyklus «Hommage a Michelangelo», den der Wiener wenige Wochen vor seinem Tod vollendete, wie ein Bekenntnis: Auch der Renaissance-Titan gilt - wie Wotruba - als Berserker mit Meißel und Hammer. (Internet: www.lehmbruckmuseum.de) |
























































