| Experte: Bande aus Ex-Jugoslawien steckt vermutlich hinter Kunstraub |
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| Dienstag, 12. Februar 2008 um 18:10 Uhr | ||
Einer der Täter habe einen slawischen Akzent gehabt; zudem sei die Kriminalität im Bereich der Kunst in Montenegro, Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina am ansteigen, sagte Julian Radcliffe, Präsident der weltgrößten Datenbank für gestohlene Kunstwerke, Art Loss Register, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in London. Die Gemälde im Millionenwert könnten jedoch erst nach 20 Jahren wieder auftauchen. «Fast ein Drittel aller gestohlenen Kunstwerke werden sichergestellt; das kann aber ein lange Zeit dauern.» Es sei wahrscheinlich, dass sich die Räuber nicht mehr in der Schweiz aufhielten.
Die organisierten Banden würden die Kunstwerke häufig im Untergrund untereinander weiterverkaufen. Im Gegenzug bekämen sie Drogen oder Waffen. «Die kleinen Fische, die die Tat ausführen, verkaufen die Gemälde dabei meistens erst an einen Unterhändler für wenig Geld; dieser verkauft sie dann wiederum weiter auf dem Schwarzmarkt», erklärte Radcliffe. Die Bilder zirkulierten so lange, bis die Täter glaubten, dass sie nicht mehr als gestohlen erkannt würden. «Das kann dann bis zu 20 Jahre dauern.» Die Räuber würden die Gemälde oft in Banktresoren lagern. «Die kann man ohne weiteres mieten und sein Gut darin deponieren», sagte Radcliffe. Am Sonntag hatten drei bewaffnete und maskierte Täter aus dem Museum in Zürich vier berühmte Ölgemälde im Wert von umgerechnet 113 Millionen Euro gestohlen, darunter Bilder von Monet und Cézanne. Es sei enorm schwierig, Kunstwerke mit solch einem hohen Wert wieder an der Öffentlichkeit zu verkaufen, da die Anstrengungen der Ermittler in solchen Fällen immens seien. «In unserer Datenbank sind alleine 180 000 gestohlene Kunstwerke und Antiquitäten registriert», sagte Radcliffe. Kunstexperten und Polizisten durchsuchten regelmäßig Auktionen und Kunstmessen nach Diebesgut. In den vergangenen Jahren würde immer mehr Kunstwerke gestohlen. «Es hat sich herumgesprochen, dass derzeit viel Geld in dem Markt steckt.» Radcliffe wollte sich nicht dazu äußern, ob es sich bei dem Schweizer Raub um sogenanntes Artnapping gehandelt hat. Dabei erpressen die Täter die Besitzer oder Versicherer der Kunstwerke, weil sie wissen, dass sie ihr Diebesgut nicht weiterverkaufen können. «Artnapping ist aber in den meisten Fällen nicht erfolgreich», sagte Radcliffe. Gespräch: Annette Reuther, dpa |
























































