| Nach Raubüberfall: Schweizer Museen zu hoher Wachsamkeit aufgerufen |
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| Dienstag, 12. Februar 2008 um 18:13 Uhr | ||
Nach dem zweiten Kunstraub in der Region Zürich müsse verhindert werden, dass sich die Diebstahlserie fortsetzt, sagte ein Sprecher am Dienstag. Unterdessen wurde in die Fahndung nach den vier Gemälden im Wert von rund 113 Millionen Euro, die Bewaffnete am Sonntag aus dem Museum der Sammlung Bührle geraubt hatten, auch Interpol eingeschaltet. Die Polizei geht nach eigenen Angaben Hinweisen aus der Bevölkerung nach, berichtet aber noch nicht von einer heißen Spur.
Dem Schweizer Museumsverband sind rund 800 von insgesamt 1000 Museen angeschlossen - nicht dabei ist aber die Bührle-Sammlung. Die Schweizer Sektion des Internationalen Museumsrats, ICOM Schweiz, führt nach Angaben des Verbandes bereits seit einigen Jahren spezielle Ausbildungskurse für das Aufsichtspersonal in Museen durch. Jährlich nähmen etwa 200 Personen an solchen Ausbildungsgängen teil. In Rollenspiele würden dabei auch Situationen durchgespielt, wie sie jetzt in Zürich Realität wurden. In der vergangenen Woche waren südlich von Zürich zwei Picasso-Gemälde im Wert von etwa drei Millionen Euro gestohlen worden. Die Schweiz hat nach dem Kunstraub in Zürich auch die Europäische Zentrale zur Ermittlung von Kunstdelikten in Paris informiert, wie deren Chefermittler Pierre Tabel am Montagabend im Schweizer Fernsehen sagte. Tabel bezweifelt, dass in Zürich Kunstkenner am Werk waren. Er geht von professionellen Räubern mit einem internationalen Auftraggeber aus. Diese stammten in den letzten Jahren vornehmlich aus dem Osten. Tabel geht davon aus, dass die gestohlenen Gemälde nun irgendwo «vergraben» sind und ein paar Monate nicht angerührt werden. Das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden äußerte sich nicht zu dem Raub in Zürich. Experten verwiesen aber auf Fälle von «Artnapping», der Entführung wertvoller Kunstwerke. Den Besitzern werde später eine Rückgabe ihrer Schätze gegen Geld angeboten, diese Regelungen erfolgten «meist unter Ausschluss der Strafverfolgungsbehörden». Für unwahrscheinlich hielten die BKA-Experten, dass die Räuber gezielt im Auftrag anonymer Sammler gehandelt hätten. Es gebe kaum derartige Fälle. Bei den Werken handelt es sich um Claude Monets «Mohnfeld bei Vétheuil», Edgar Degas «Ludovic Lepic und seine Töchter», Vincent van Goghs «Blühender Kastanienzweig» und Paul Cézannes «Der Knabe mit der roten Weste». Innerhalb von nur drei Minuten hatten die Täter die Bilder abgehängt und mitgenommen. Sie flüchteten in einem weißen Auto, auf das sich derzeit die Fahndung konzentriert. Für Hinweise zur Ergreifung der Täter wurde eine Belohnung von umgerechnet 62 500 Euro ausgesetzt. |
























































