| Netzwerk der Verfemten: «Entartete» Künstler in Mülheim dokumentiert |
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| Mittwoch, 13. Februar 2008 um 21:43 Uhr | ||
Die engen Verbindungen oppositioneller Künstler unter dem Hakenkreuz dokumentiert jetzt das Kunstmuseum in Mülheim an der Ruhr mit rund 100 Gemälden, Grafiken, Zeichnungen und Skulpturen. Die Schau, die sich um das Lebenswerk des Malers Arthur Kaufmann (1888-1971) und des bedeutenden Holzschneiders und Zeichners Otto Pankok (1893-1966) gruppiert, ist bis zum 6. April zu sehen. Kaufmanns Gruppengemälde «Die Geistige Emigration» führt die kulturelle Elite der Zeit von Fritz Lang und Ernst Bloch bis Kurt Weill zusammen und gab der Ausstellung ihren Titel. Die beiden aus Mülheim stammenden Künstler, die sich durch Flucht oder Innere Emigration dem System entzogen, haben zahlreiche, in der Ausstellung präsentierte Porträts ihrer ebenfalls verfolgten Künstlerfreunde geschaffen. So gehören die Bildnisse Pankoks der Lyrikerin Else Lasker-Schüler oder der Künstlerkollegen Gert Wollheim und Käthe Kollwitz zu den eindrucksvollen Exponaten der Schau. Eindringlich auch das «Letzte Selbstbildnis» (1938) der Kollwitz und ein Selbstporträt des im britischen Exil gestorbenen Malers Jankel Adler. Sein «zersplittertes», jiddisch signiertes Bildnis von 1926 spiegelt die Gefährdung jüdischer Künstler schon lange vor der «Machtergreifung». Erstmals in größerer Auswahl vorgestellt werden in dem Mülheimer Museum die Nazi-Karikaturen Pankoks und Kaufmanns. Ein brüllender Hitler mit steif gerecktem Rednerarm, ein verschlagen blickender Goebbels oder Karikaturen zur deutschen Okkupation Frankreichs sind Zeugnisse der künstlerischen Einmischung in die europäische Katastrophe.
(Internet: www.kunstmuseum-mh.de) |
























































