| «Idylle am Abgrund» - Hamburger Kunsthalle zeigt Félix Vallotton |
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| Donnerstag, 14. Februar 2008 um 20:18 Uhr | ||
Von diesem Freitag an präsentiert die Hamburger Kunsthalle mehr als 70 Gemälde aus allen Schaffensphasen des Schweizers (1865-1925), der in Deutschland bislang weitgehend unbekannt ist. Hinzu kommen 50 Holzschnitte, mit denen schon der junge Vallotton als Mitglied der Pariser Künstlergruppe Nabis auf sich aufmerksam machte, sowie eine kleine Anzahl von Plakaten und Büchern.
Der deutsche Künstler Daniel Richter bezeichnet Vallotton als «Idol meiner schlaflosen Nächte». Als «unglaublich modern» oder «irritierend» betrachtet der Direktor der Hamburger Kunsthalle, Hubertus Gaßner, den Großteil der Werke. Bereits im Eingangsbereich der Ausstellung überraschen die fünf «Portraits décoratifs», unter anderem von den Literaten Victor Hugo und Émile Zola. Nach fotografischer Vorlage grob gemalt, wirken sie zum einen an Karikaturen, erinnern aber auch an Herrschaftsporträts. Neben den Porträts in gedämpften Farben, die das Frühwerk des Künstlers prägten, zeigt die Ausstellung auch Vallottons spätere Darstellungen von Interieurs in leuchtenden Farben. «Diese Rauminnenansichten gehören heute zu seinen erfolgreichsten Arbeiten», sagte Kurator Felix Krämer. Prägendes Thema der Schau sei allerdings der Geschlechterkampf. «Die damalige Sprachlosigkeit, die nach Ansicht Vallottons zwischen Männern und Frauen herrschte wird immer wieder thematisiert.» Im Ostflügel sind die Aktgemälde des Schweizers versammelt, die zum Teil noch heute irritieren, verstören aber auch fesseln. Bei seiner ersten Einzelschau 1909 in Zürich war Jugendlichen der Zutritt verboten, weil seine Akte als anstößig empfunden wurden. Vallotton wurde 1865 in Lausanne geboren und siedelte als junger Mann nach Paris über. Er arbeitete als Illustrator und Journalist, schrieb Theaterstücke, die genau wie seine Bilder provozierten und bürgerliche Konventionen hinterfragen. Selbst durch Heirat in das Bürgertum aufgestiegen, richtete er seinen schonungslosen Blick auf die Doppelmoral des Pariser Bürgertums, den tobenden Geschlechterkampf und das neue Selbstbewusstsein der Frau. Bis zu seinem Tod 1925 gehörte er zu den bedeutendsten Vertretern des Symbolismus. Die Ausstellung «Félix Vallotton. Idylle am Abgrund» läuft noch bis zum 18. Mai. |
























































