| Max Ernsts «Une Semaine de bontè» nach 72 Jahren ausgestellt |
|
|
|
| Dienstag, 19. Februar 2008 um 20:27 Uhr | ||
Und für Experten sind sie eines der bedeutendsten Meisterwerke des Surrealismus überhaupt: Erstmals seit 72 Jahren präsentiert die Wiener Albertina jetzt die 184 Collagen, die der Surrealist Max Ernst 1933 schuf und zu dem surrealistischen Bilderroman «Une Semaine de bonté» ein Jahr später herausgab.
Lediglich im Jahr 1936 wurden die einzelnen Blätter, die Ernst in nur drei Wochen während eines Italienurlaubs zu einer absurd- fantasievollen Bildergeschichte zusammenschnitt, in Madrid gezeigt. Seither waren sie in Paris unter Verschluss. Für die zum Teil äußerst blutigen und absurden Szenen seines Collagen-Romans mit dem verfänglichen deutschen Titel «Die weiße Woche. Ein Bilderbuch von Güte, Liebe und Menschlichkeit» griff Ernst auf Trivialliteratur vom Ende des 19. Jahrhunderts zurück, die meist mit vielen banalen Holzschnitten illustriert war. «Max Ernst kaufte diese Blätter als Kiloware», deren Inhalt - mit heutigen Illustrierten vergleichbar - oft Eifersucht, Mord und Totschlag war, erläuterte der Ernst-Spezialist und Kurator der Albertina- Ausstellung, Werner Spieß, am Dienstag. Ernst setzte die einzelnen Elemente so sorgfältig zusammen, dass sie im Buchdruck 1934 als Collagen praktisch nicht mehr zu erkennen waren. Dass er den Titel seiner Bildergeschichte eher sarkastisch verstanden wissen wollte, wird beim Betrachten der Blätter überdeutlich. «Ich machte dieses Buch, weil ich spürte, es begann schlecht zu riechen in Europa», erläuterte der Künstler später. Nach der Ausstellung in Wien wird die Sammlung zunächst in Brühl zu sehen sein, bevor sie in der Hamburger Kunsthalle gezeigt wird. (Internet: www.albertina.at) |
























































