| Enttäuschter Silberschmied findet Kunst-Heimat in Ingolstadt |
|
|
|
| Mittwoch, 20. Februar 2008 um 15:25 Uhr | ||
Während in der Fuggerstadt die Vorbereitungen für die große Zarensilber-Ausstellung (25. Februar bis 1. Juni) auf Hochtouren laufen, kehrt Berchtenbreiter seiner Heimatstadt den Rücken. «Ich habe mich in Augsburg seit Jahren um eine Ausstellung bemüht, immer hat man mich abblitzen lassen», sagte der Künstler am Mittwoch. Augsburg habe für moderne Kunst nichts übrig, in Ingolstadt sehe er sich überregional besser vertreten.
Ab 15. März sollen im Ingolstädter Museum für Konkrete Kunst und Design rund 70 Objekte des Augsburgers ausgestellt werden. Zwei Drittel der von ihm selbst geschaffenen Werke will Berchtenbreiter der Stiftung des Museums vermachen. Den Ruf der Stadt Augsburg als Gold- und Silberschmiedestadt sieht er vernachlässigt. Es herrsche eine «reine Geschmackskultur». Mit der großen Zarensilber-Ausstellung werde lediglich «Eindruck geschunden». Berchtenbreiter kritisierte den Augsburger Museumsdirektor Christof Trepesch, von dem er sich im Stich gelassen fühlt. «Augsburg bräuchte Leute von anderem Format», sagte der Künstler. Er vermisse Innovation in Augsburgs Kunstlandschaft und Interesse an seinem Werk. Trepesch erklärte, es sei bedauerlich, dass Berchtenbreiter mit seinen beachteten und anerkannten Kunstwerken nach Ingolstadt ziehe. Der Künstler habe aber der Stadt keine Angebot unterbreitet. Augsburg schätze die zeitgenössische Silberkunst sehr. Dehalb finde parallell zu großen Zarensilber-Ausstellung eine Präsentation moderner Silberkunst statt. Berchtenbreiter wurde 1929 in Augsburg geboren und studierte Kunst in München. Sein Schmuck, die sakralen Gegenstände oder Acrylglas- Skulpturen sind von starker Expressivität. Zahlreiche seiner Arbeiten stehen im öffentlichen Raum und Kirchen. Im Augsburger Dom hat der Künstler, der sich selbst «Metallgestalter» nennt, ein aus vergoldetem Silber und Edelstahl gestaltetes Gehäuse für eine historische Monstranz gestaltet. Objekte des Künstlers gehören auch zu Sammlungen in München und Wien. |
























































