| Zusammenführung: Expressionisten aus Privatbesitz in Wuppertal Von Antje Lorscheider, dpa |
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| Donnerstag, 21. Februar 2008 um 17:55 Uhr | ||
Im Vordergrund ein Stuhl, im Hintergrund ein prächtiger Rahmen, der eine leere, schwarze Fläche umschließt. Auf dem 1929 entstandenen Porträt von Max Beckmann wirkt Reber selbstbewusst und in seiner distinguierten Verschlossenheit fast ein bisschen hochmütig.
Das Bild, das Reber - weil es ihm nicht gefiel - in den Keller verbannte, ist von Sonntag an in einer Ausstellung des Wuppertaler von der Heydt-Museums zu sehen. Ihr Thema: Meisterwerke, insbesondere des Expressionismus der «Brücke» und des «Blauen Reiters», aus 13 großen Privatsammlungen des frühen 20. Jahrhunderts bis in die Nachkriegszeit (bis 18. Mai). Mit der Schau solle die Tradition des Engagements privater Sammler für das Wuppertaler Kunstleben beleuchtet werden, berichtete Museumsdirektor Gerhard Finckh am Donnerstag. In dem nach ihren maßgeblichen Stiftern, der Bankiersfamilie von der Heydt, benannten Museum sind rund 250 Gemälde und Grafiken von Künstlern wie Otto Mueller, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Emil Nolde, Max Pechstein, Christian Rohlfs oder Franz Marc zu sehen. Resultat der über einjährigen Recherche nach dem Verbleib der teilweise in Museen oder an Erben weltweit verstreuten Kunstwerke sei eine «Blütenlese des Expressionismus», meinte Finckh. Im damals «extrem reichen» Wuppertal sei in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine freigeistige Bewegung des Sammelns avantgardistischer Kunst in Gang gekommen, die im «plüschigen» und die Avantgarde als «Rinnsteinkunst» verurteilenden deutschen Kaiserreich ihresgleichen suchte. Neben einigen, insbesondere aus dem eigenen Bestand des renommierten Wuppertaler Museums bekannten Werken, sind in der Schau - auch trotz der berühmten Namen - regelrechte Entdeckungen zu machen. Insbesondere dann, wenn sie aus Privatbesitz stammen. Da hängt neben einem typischen «Springenden Pferd» Franz Marcs' ein frühes Bild des Künstlers: «Stehende Frau in Winterlandschaft» - ein pastos und wie im Furor gemaltes Kleinformat, dem man die vehemente Suche des Künstlers nach einer eigenen Handschrift ansieht. Zum Staunen ist auch Emil Noldes Stillleben «Fetische», auf dem zwei, eher selten im Werk des norddeutschen Expressionisten anzutreffende, indianische Kultfiguren zusammen mit einem dackelähnlichen Tier arrangiert sind. Unter den zahlreichen Kirchner- Bildern sticht das Paar «Tänzerinnen» hervor, die, einen Sonnenschirm schulternd, unter Bäumen Cancan zu tanzen scheinen und dafür ihre gelben Röcke bis zur knielangen Spitzenunterhose heben. Eine «Ruhmeshalle» am Beginn der Schau stellt die Wuppertaler Sammler vor: Den Juwelier Karl Krall zum Beispiel, den Otto Dix Anfang der 1920er Jahre in seiner überspitzend schrägen Manier als schrillen Exzentriker malte. Aus den späten 50er Jahren dagegen stammt das Dix-Porträt von Fänn und Willy Schniewind aus dem Privatbesitz des Sammlerpaares: Eine «brave», beinahe unbeholfene Frontalansicht der Eheleute mit Cockerspaniel. Ein Leihgabenwunsch wurde dem von der Heydt-Museum nicht erfüllt - der nach dem kürzlich in der Schweiz gestohlenen Bild Paul Cézannes, «Knabe mit roter Weste». Noch 1918 hing das Gemälde behütet in den Privaträumen des Wuppertaler Sammlers Reber. In dessen auf die moderne französische Kunst ausgerichtete Kunstsammlung gab es alleine 25 Cézanne-Werke. (Internet: www.von-der-heydt-museum.de) |
























































